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Neues Gitter am Endenicher Bach verringert Überschwemmungsrisiko

ib - Das Tiefbauamt der Stadt hat den unteren Teil des Gitters am Einlauf des Endenicher Baches in den verrohrten Bereich Am Burggraben erneuern lassen. Diese Maßnahme soll künftig das Überschwemmungsrisiko rund um die Endenicher Burg verringern.

In erster Linie dient der Metallrechen der Sicherheit, um etwa am Bach spielende Kinder vor einem Absturz in den Kanal zu schützen. Gleichzeitig verhindert er auch eine Verstopfung des Kanals durch zu viel Schwemmgut. Am Mittwoch, 17. Dezember, demonstrierte Peter Esch, Leiter des zuständigen Tiefbauamtes der Stadt Bonn, gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Matthias Franke die Funktionsweise des neuen Gitterteils.

Dieses Stück des bisher dort angebrachten Gitters war beim letzten schweren Starkregenereignis am 29./30. Juli dieses Jahres so stark beschädigt worden, dass es nicht mehr repariert werden konnte. Mit einem Provisorium war seitdem die Gefahrenstelle abgesichert.  Das Tiefbauamt hat zwischenzeitlich eine andere Konstruktion entwickelt, die von Schwemmgut nicht mehr so schnell zugesetzt wird  sowie leichter und sicherer im Notfall zu öffnen ist. Ein Bonner Schlosser hat das Gitter jetzt nach den Vorgaben des Tiefbauamtes hergestellt und am Dienstag montiert.

Neuer Rechen nach innen aufschwenkbar

Der entscheidende Vorteil des neuen Rechens ist: Der untere Teil kann nun nach innen und nicht mehr wie bisher nur gegen den Wasserdruck aufgeschwenkt werden. Außerdem können die im Notfall eingesetzten Rettungskräfte von Feuerwehr und THW die Vorrichtung sicher vom Steg aus öffnen. Auch dies war bislang so nicht möglich.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Stäbe des Rechens nicht mehr - wie bislang - senkrecht, sondern waagerecht angebracht sind. So kann dann Schwemmgut, was in dem verrohrten Bachkanal keine Verstopfungen oder Schäden anrichten kann, gefahrlos abfließen. Es setzt also nicht mehr den Rechen zu und verringert so Schäden und das Überschwemmungsrisiko.

Das neue Gitter misst 3,50 Meter mal 80 Zentimeter und kostet rund 2700 Euro, eine Investition, die sich angesichts der sonst möglichen Schäden sicherlich lohnt. Vor dem Gitter befindet sich wie bisher auch eine Wasserstandsmessung mit Übertragung zur Kläranlage Salierweg. Da zunächst nicht feststand, ob der Rechen in seiner bisherigen Form erneuert wird oder eine vollständige Neuanfertigung erforderlich ist und sich zudem auch das Finden einer geeigneten Schlosserei schwierig gestaltete, hat sich der Ersatz des beschädigten Bauteils etwas verzögert. Zu Beginn des neuen Jahres werden die Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr im Umgang mit dem neuen Rechen eingewiesen und geschult.

Kein absoluter Schutz geboten

Ausdrücklich weist das Tiefbauamt darauf hin, dass die neue Konstruktion zwar die Gefahr der Überflutung verringert, aber keinen absoluten Schutz bieten kann. Gegen die Folgen heftiger Starkregenereignisse, wie etwa die Unwetter 2013, kann die Stadt Bonn trotz aller Bemühungen keine hundertprozentige Vorsorge treffen. Solche Sturzfluten werden auch künftig dazu führen, dass der Bach über die Ufer tritt. Daher appelliert Amtsleiter Esch: „Die neue Gitterkonstruktion ersetzt nicht den unverzichtbaren Eigenschutz der Anlieger.“

Der Ausbau des Endenicher Baches

Zwischen 1961 und 2004 kam es im Endenicher Ortskern immer wieder zu größeren Überschwemmungen. Der Endenicher Bach trat mehrmals über die Ufer und verursachte erhebliche Schäden. Daher wurde der Bach auf Beschluss der Bezirksvertretung Bonn bis 2007 für rund 755 000 Euro renaturiert,  ausgebaut und teilweise offen gelegt.

In der Pastoratsgasse wurde der offene Bach in den 1960er Jahren provisorisch mit einem zu kleinen Rohr angeschlossen, ein Überlauf zum Mischwasserkanal blieb als Notentlastung erhalten. Die Stadt beseitigte diesen Engpass 2006 mit dem Bau eines rund 150 Meter langen, in einer Tiefe von fünf bis acht Metern verlegten und 1,40 Meter im Durchmesser messenden Hochwasserentlastungskanals. Daher braucht der jetzt offene Bachlauf an der Pastoratsgasse nur noch eine verhältnismäßig geringe Wassermenge abzuleiten, darüber hinausgehende Mengen werden durch den Entlastungskanal aufgenommen. Erreicht wird dies durch einen Drosselschieber. Am Eingang zum Kanal Am Burggraben wurden ein neuer Sandfang und der jetzt wieder vollständige Rechenüberlauf installiert. Wasserstände am Rechen werden elektronisch kontrolliert.

 

 

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Bildnachweise

  • Bundesstadt Bonn
  • Tiefbauamt/Bundesstadt Bonn

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