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Gut eingestimmt fürs Leben. Ein Kooperationsprojekt

Schirmherr Dr. Eckart von Hirschhausen

Der Schirmherr Dr. Eckhart von Hirschhausen

Liebe potentielle Unterstützer von Starke Kinderstimmen,

wann haben Sie das letzte Mal gesungen? Zu Weihnachten? In der Karaoke-Bar? Im Fussballstadion? Singen ist Teil unserer Kultur, aber immer weniger Menschen trauen sich, gemeinsam zu singen. Dabei kann das sehr schön sein. Muss nicht. Aber wer einmal zu hören bekam „Du kannst nicht singen“ ist ein Leben lang von dieser Kraftquelle von Gemeinschaft, Glück und guter Stimmung abgeschnitten. Selber zu singen ist etwas ganz anderes als den ganzen Tag mit einem Kopfhörer durch die Gegend zu laufen oder Gesangswettbewerbe im Fernsehen zu verfolgen. Aber wer macht das noch? Wer traut sich das?

Die nächste Generation wächst digital auf, mit einem Klick ist jeder in seiner eigenen Welt. Kindergarten und Schule sind die letzten Orte, wo es noch verbindliche Vermittlung für alle von Sprache, Werten und Kultur gibt. Durch viele divergente gesellschaftliche Entwicklungen sind die Schulen seit Jahren mit immer neuen pädagogischen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert und kommen mit ihren eigenen Möglichkeiten und Mitteln kaum hinterher.

Hier setzt unser gemeinsames Projekt mit der Ludwig-van-Beethoven-Musikschule Bonn an, mit zwei Grundideen: Bringe motivierte und qualifizierte Chorleitungen und Gesangslehrkräfte in die Schulen, die in Zusammenarbeit mit den Musiklehrern die Begeisterung für das gemeinsame Singen wecken. Und: ermögliche den Schülern über die Ebene ihrer Klasse und Schule hinaus ein motivierendes Event, indem sie mit anderen Schülern gemeinsam ein großes einmaliges Konzert geben. Und das nicht in einer miefigen Turnhalle, sondern in einem großen und ehrwürdigen Saal vor einem großen Publikum. So bekommen alle teilnehmenden Kinder einmal die Chance, die Musikwelt von der Bühne aus kennen zu lernen, auch wenn sie in ihren Herkunftsfamilien nicht automatisch mit klassischer Musik oder Gesang in Berührung gekommen wären. Das Konzept läuft bereits erfolgreich in anderen Städten, wurde aber auf Bonn, Beethoven und die lokalen Verhältnisse hin weiterentwickelt.

Für mich ist das ein wichtiges Projekt für das Beethovenjahr und darüber hinaus. Ich setze mich mit meiner Stiftung HUMOR HILFT HEILEN und auch als Privatperson seit langem dafür ein, dass die seelische Gesundheit aus ihrem Schattendasein in den Fokus rückt: in den Schulen, in den Arbeitswelten, in der Gesellschaft.  Was hält uns aufrecht, was schützt uns in Krisen, was macht uns „resilient“ wie es wissenschaftlich heißt? Die psychologische Forschung der letzten 20 Jahre belegt: Wir werden stark durch positive Erfahrungen von Selbstwirksamkeit im Sinne von „ich kann etwas“ in Kombination mit positiven Gemeinschaftserfahrungen im Sinne von „gemeinsam schaffen wir mehr als allein. Und ich bin nicht allein.“ Wer früh seine Stimme entdeckt und mit Freude singen lernt, hat davon ein ganzes Leben etwas. Gerade wenn dies nicht unter dem Leistungsgedanken und der Angst vor Benotung und Bewertung steht, sondern sinnlich und sinnstiftend daherkommt. Es braucht keine Perfektion, um Freude an Musik haben zu können.

Ich hatte das Glück, dass ich mit Musik aufgewachsen bin. Weil wir ein sehr günstiges Auto hatten ohne Radio oder Kassettenspieler, haben wir auf den Urlaubsreisen selber unsere Songs zusammengestellt – nicht auf „spotify“ sondern auf der Mundorgel. Jeder durfte sich seine Hits wünschen und so kann ich bis heute viele Lieder auswendig – was auf englisch sehr viel poetischer „to know by heart“ heißt. Versuchen Sie heute einmal an einem lauen Sommerabend ein Lied zu finden, was alle Anwesenden kennen. Das ist verdammt schwierig geworden. Und deshalb finde ich die Idee des „Bonner Liederbuches“ auch so überzeugend, dass es in jeder Schulklasse, die teilnehmen kann, dieselben Lieder sind, die alle dann kennen, singen und „beherzigen“ können.

Und wie sie vielleicht schon geahnt haben: dazu braucht es Geld. Die Beethoven-Jubiläums GmbH und die Ludwig-van-Beethoven-Musikschule Bonn gehen mit gutem Beispiel voran und garantieren den Anschub. Jährlich kostet das Projekt bei über 4.000 teilnehmenden Kindern (163 Schulklassen in 21 Grund- und Förderschulen mit wöchentlichem Unterricht) insgesamt ca. 360.000 Euro. Davon ist derzeit ein größerer Teil über die Beethoven-Jubiläums GmbH und die Ludwig-van-Beethoven-Musikschule Bonn gedeckt. Wir benötigen aber jedes Jahr auch noch Spender und Sponsoren in Höhe von mindestens 100.000 Euro.

Um möglichst viele Kinder zu erreichen, auch in den weniger privilegierten Stadtteilen, braucht es neben  den öffentlichen Mitteln noch Spenden aus einer engagierten Zivilgesellschaft und Unternehmen.  „Froh zu sein bedarf es wenig“. Stimmt. Aber ein bisschen eben doch. Es braucht begabte und pädagogisch motivierte Menschen (Lehrkräfte im Singprojekt), die idealerweise auch lange dem Projekt erhalten bleiben und ein Liederbuch für die Bonner Grundschulen. Immerhin: Zum Singen müssen keine Instrumente gekauft werden. Wir alle haben dieses ureigene Instrument in uns.

Lassen Sie es uns einstimmen, zum Klingen bringen und der nächsten Generation eine starke Stimme geben – sie werden sie brauchen! Und dafür braucht es jetzt Sie!

Im Namen der Kinder danke ich Ihnen für ihre Unterstützung

Ihr

(Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt, Autor, Kabarettist und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN)

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Bildnachweise

  • © Steffen Jänicke
  • Dr. Eckhard von Hirschhausen
  • Humor hilft heilen
  • HighwayStarz/adobestock.com
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  • Freelancer / Fotolia
  • Nico Herzog
  • Verband deutscher Musikschulen (VDM)

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