Bonn - Die Stadt

 

Sprungnavigation

Von hier aus können Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Sprache und Service | Inhaltsbereich | Hauptnavigation | Hilfe | Suche | Seite drucken, Seite weiterempfehlen | spezielle Seitenfunktionen

Hilfe


Über folgende Tastenkominationen gelangen Sie zu den Hauptrubriken:

Zusätzlichen Service erhalten Sie über diese Tastenkombinationen:

Aktuelles Datum

18. Dezember 2018



Hauptnavigation



Inhaltsbereich

 

100 Jahre Frauenwahlrecht


 

Am 12. November 1918 wurde mit dem Frauenwahlrecht ein wichtiger Meilenstein für die Demokratie gelegt. Bis zu diesem Tag sah man das Staatsbürgertum sowie die damit verbundenen Rechte und Pflichten, die einem als Bürger eines Staates obliegen, als ausschließliche Männersache an. Im Januar 1919 konnte mit der Wahl der Deutschen Nationalversammlung schließlich die erste reichsweite deutsche Wahl stattfinden, bei der auch Frauen das aktive und passive Wahlrecht besaßen.

Aber bis zum Frauenwahlrecht war es ein langer Weg, der bereits in der Französischen Revolution von 1789 seinen Anfang nahm. Die damalige "Erklärung der Menschen - und Bürgerrechte" ermöglichte das Wahlrecht für alle männlichen Bürger. Die "Brüderlichkeit" schloss Frauenrechte deutlich aus. Deutlich zeigte dies auch die "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" die Olympe de Gouges (1748 - 1793) bereits 1791 verfasste. Da sie eine Regierung ablehnte, die Frauenrechte nicht anerkannte, führte ihr Weg sie zwei Jahre später unter die Guillotine - ihr Engagement für Gleichberechtigung von Männern und Frauen bezahlte sie mit dem Leben.

Auch in Deutschland setzten sich früh Frauen und einige Männer für das Frauenwahlrecht ein. Hier ist Hedwig Dohm zu nennen, die sich bereits in den 1870er Jahren selbstbewusst zu Wort meldete und nach dem Vorbild der amerikanischen und englischen Frauenstimmrechtsvereine die Forderung nach dem Frauenwahlrecht öffentlich machte. Luise Otto gründete 1865 den Leipziger Frauenverein und organisierte zusammen mit August Schmitt die erste Frauenkonferenz. Aus dieser ging der Allgemeine Deutsche Frauenverein hervor, welcher zum Ziel hatte, die Bildungsmöglichkeiten für Frauen zu verbessern und die Frauenerwerbstätigkeit zu fördern.

Zu einer Neubewertung der Frauenfrage innerhalb der Arbeiterschaft führte 1879 August Bebels Buch "Die Frau und der Sozialismus". Fortan setzte sich die Arbeiterbewegung für die Belange der Frauen ein und forderte u.a. gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Bildungschancen sowie das Frauenstimmrecht. Einige dieser Forderungen erscheinen auch heute noch hochaktuell.

1895 stellten die Sozialdemokraten den ersten Antrag auf Einführung des Frauenwahlrechts, dem viele weitere Anträge folgen sollten. Nachdem 1918 endlich das Frauenwahlrecht beschlossen wurde, spricht die Sozialdemokratin Marie Juchacz als erste Frau am 19.02.1919 in der Weimarer Nationalversammlung: "Ich möchte hier feststellen…, dass wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit; sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist."

Die Einführung des Frauenwahlrechts schuf die erste Voraussetzung für die rechtliche Gleichstellung von Frau und Mann.

Ausführliche Informationen zu deutschlandweiten Veranstaltungen anlässlich des Jubiläums, zahlreiche Jubiläumsdossiers, Nutzung des Logos oder Informationen zu weiteren Materialien finden Sie auf der folgenden Internetseite:

www.100-jahre-frauenwahlrecht.de
URL: https://www.100-jahre-frauenwahlrecht.de/jubilaeumskampagne. html

60-jähriges Bestehen des Gesetzes über die Gleichberechtigung von Frau und Mann

2018 ist aber nicht nur wegen des seit 100 Jahren bestehenden Frauenwahlrechts ein besonderes Jahr für die Gleichstellung. Vor 60 Jahren, am 1. Juli 1958, trat das Gesetz über die Gleichberechtigung von Frau und Mann in Kraft. Zurückzuführen ist dies auf den unermüdlichen Einsatz von Elisabeth Selbert, die den Satz " Männer und Frauen sind gleichberechtigt" prägte. Dieser Satz wurde mit energischer Unterstützung durch Helene Weber, Frieda Nadig und Helene Wessel in unserer Verfassung (Art.3 Abs. 2 Grundgesetz) verankert. Hiermit ebneten die vier "Mütter des Grundgesetzes" den Weg für eine umfassende Gleichberechtigung.

Da die Verfassung zur praktischen Umsetzung die ausführenden Gesetze benötigt, verabschiedete der Bundestag am 3. Mai 1957 das Gleichberechtigungsgesetz. Am 1. Juli 1958 trat es in Kraft. Das entgegenstehende Recht wurde - allerdings erst in den 70er Jahren - angepasst. Insbesondere wurde das Recht des Ehemannes, ein Dienstverhältnis seiner Ehefrau fristlos zu kündigen, aufgehoben. Aus der Zugewinngemeinschaft wurde der gesetzliche Güterstand und das Letztentscheidungsrecht des Ehemannes in allen Eheangelegenheiten wurde ersatzlos gestrichen.

Zurück zum Seitenanfang

Letzte Aktualisierung: 23. März 2018




 


 

© 2003 - 2018 Stadt Bonn  Impressum

Seite drucken, Seite weiterempfehlen



zurück zur Sprungnavigation