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Bundesstadt Bonn

Johann Conrad Schlaun

geb. 5. Juni 1695 - gest. 1773

1724 kam Schlaun erstmals nach Bonn. Damals nannte er sich noch Sluin nach seinem Vater, der Amtmann in Nörde war. Spätestens seit seiner Heirat in Bonn am 3. November 1725 in St. Remigius nahm er den Namen Schlaun an. Er hatte nach einer wenig erfolgreichen Schulkarriere den Beruf des Offiziers beim Fürstbischof von Paderborn. Sein Interesse aber galt der Architektur.

Die Aufmerksamkeit des jungen Fürstbischofs von Münster und Paderborn, Clemens August, hatte Schlaun geweckt, indem er diesem zu seiner Wahl zwei Ansichten von Paderborn und Schloss Neuhaus sandte. Schon 1720 wurde er zum Kapitänleutnant und Landvermesser von Münster ernannt.

Sein neuer Mäzen wollte ihn aber umfassend in der Architektur bilden und schickte ihn daher auf Reisen. Über Würzburg ging es nach Rom, wo er sich dem Studium der dortigen Baukultur widmete. Aus dieser Zeit gibt es umfangreiche Zeichnungen der wichtigsten römischen Gebäude. Der weitere Weg führte Schlaun nach Wien und zum Abschluss nach Paris. Nach seiner Rückkehr 1723 schickte ihn Clemens August noch in seine Heimat nach München an den Hof seines Bruders, wo er mit den typischen neuesten Gebäuden vertraut gemacht wurde.

1724 zeichnete Schlaun in Brühl die ersten Pläne für das Schloss, 1725 wurde er zum kurkölnischen Baumeister ernannt und erhielt die Bauleitung für das neue Schloss in Brühl.

Es blieb aber nicht bei dieser umfangreichen Aufgabe. Bonn war bis zur erzwungenen Schleifung 1718 mit einer Festungsanlage versehen. Josef Clemens, der Vorgänger Clemens Augusts, hatte schon den Plan, wieder eine Festung zu bauen. Clemens August nahm diese schon bald nach seiner Wahl zum Kurfürsten von Köln wieder auf und beauftragte seinen Baumeister im Dezember 1725, die Stadt solle „je ehender je lieber mit einem Graben oder Mauer wieder umgeben werden“. Obwohl dem Kurfürsten nicht erlaubt war, eine Festung zu bauen, begründete er die Planung mit dem Schutz vor Banditen.

Westfälischer Barockbaumeister

Auch privat ergab sich eine Bindung zum Rheinland. Am 3. November 1725 vermählte sich Johann Conrad Schlaun mit Maria Catharina Bourel. Der erste, noch in Bonn am 27. Juni 1727 getaufte Sohn Clemens-August hatte prominente Paten; darunter den Kurfürsten.

1728 wurde Schlaun jedoch aus der Bauleitung in Brühl entlassen und übernahm den Posten des Münsterischen Landingenieurs, 1733 dann den des Münsterischen Oberlandingenieurs und Kommandant der Münsterischen Artillerie. Bis zu seinem Tod 1773 baute er eine Vielzahl an Gebäuden in Westfalen, weshalb er als der westfälische Barockbaumeister in die Geschichte einging.

Außer den Spuren am Brühler Schloss finden wir in Bonn-Oberkassel noch das Lippesche Palais, im Vorgebirge Schloss Rösberg und die Burg in Klein-Büllesheim.

Autorin: Gabriele Heix

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Bildnachweise

  • Collage Stadtmuseum Bonn
  • Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Foto : Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Giacomo Zucca / Bundesstadt Bonn
  • Bundesstadt BOnn
  • Stadtarchiv/Bundesstadt Bonn

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