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Bundesstadt Bonn

Guillaume Apollinaire

1880 - 1918

Der französische Dichter Guillaume Apollinaire (1880-1918) hat von August 1901 bis August 1902 ein Jahr am Rhein in der Umgebung von Bonn und am Rande des Siebengebirges verbracht. An die hundert Gedichte, Erzählungen und Zeitungsartikel hat der junge Schriftsteller, der schon bald danach zu einer der Schlüsselpersonen der europäischen literarischen und künstlerischen Moderne wurde, in dieser Periode geschrieben oder vorbereitet. Sie gehören zum Besten der rheinischen Literatur. Hundert Jahre nach dem Beginn der Rheinromantik geschieht hier der wesentliche Aufbruch der Rheinlyrik in die Moderne. 

Bonn hat für Apollinaire eine besondere Rolle gespielt, weil er es wegen seiner gemütlichen Innenstadt, der Universität und ihrer Bibliothek, aber auch als Verbindungspunkt für die Reisen nach Köln und Düsseldorf von seinen Wohnstätten bei Oberpleis (Villa Neu-Glück in Bennerscheid) und Bad Honnef (Villa Hölterhoff) mehr als alle anderen größeren Städte besucht hat. Ein ganz spezifischer Bezug ist der zu Heinrich Heine, einem seiner noch lange nach der rheinischen Periode auf ihn wirkenden literarischen Vorbilder, der als Student Harry Heine von September 1819 bis September 1920 ebenfalls ein Jahr in Bonn gelebt hat - eine zufällige, aber bedeutsame Parallele zum einjährigen Rheinaufenthalt des Wilhelm de Kostrowitzky, so der bürgerliche Name von Apollinaire. Dieser setzt die im Werk Heines enthaltenen rheinischen Ansätze in seinen Rheinliedern, den Rhénanes, fort.

Im Stadtmuseum Bonn wurde die rheinischen Bezüge von Apollinaire in einer Ausstellung vom 15. September bis 4. November 2002 gewürdigt, die neben der allgemeinen Information zu Leben und Werk Apollinaires in Frankreich und in Deutschland einige ganz spezifische Bezüge zu Bonn und seiner näheren Umgebung herausstellte. 

Autor: Dr. Kurt Roessler

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Bildnachweise

  • Stadtmuseum Bonn

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