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Bundesstadt Bonn

Wirres Haar und rotes Halstuch. Beethovens Bild im Manga und Anime

Beethovens Bild im Manga und Anime

7.10.2020 bis 20.12.2020 im Ernst-Moritz-Arndt-Haus

Eine Ausstellung des StadtMuseum Bonn in Kooperation mit Dr. Kazuko Ozawa und Dr. Matthias Wendt im  Ernst-Moritz-Arndt-Haus.

Ausstellung zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven.

Mit Beethoven als illustratives Objekt will die Bonner Ausstellung anschaulich machen, wie stark westliche klassische Musik und beispielhaft der nach seinem Tod zur Prometheus-gleichen Heldenfigur aufgebaute Beethoven Eingang in die weltweite Comics-Subkultur gefunden hat. Schwerpunkt der Ausstellung wird der japanische Manga sein, der rein quantitativ alles andere beiseite schiebt. Das Wort Manga findet im Deutschen keine eindeutige Entsprechung, weshalb es als Lehnwort übernommen worden ist. Manga ist vielseitig, bunt, unernst, skurril, politisch -- gedacht für Kinder und Erwachsene, für diese auch incl. jeglicher Spielart erotischer Darstellung.

Die Fülle an Edu-Mangas ist unübersehbar und einige widmen sich explizit Beethoven, der im Übrigen grundsätzlich an seinen wirren Haaren zu erkennen ist, während sonst sein Aussehen oft bis zur Unkenntlichkeit aufgehübscht ist, und er auch keineswegs nur als Mann auftritt. Im legendären über viele Jahrzehnte erscheinenden Magazin „Comic Tom“ veröffentlichte der für Japans Manga-Kultur ebenso legendäre Osamu Tezuka, u.a. von 1987 bis 1989 seine Geschichte über das Leben Beethovens. Tezuka hatte  schon am 1. Januar 1963 im Auftakt der ersten Anime-Fernsehserie des japanischen Fernsehens seine früher erschaffene Comic-Figur, den von einem Wissenschaftler nach dem Bild seines Sohnes konstruierten Androiden Astro-Boy unter den Anfangsklängen von Beethovens Fünfter zum Leben erwachen lassen.

Die eher subkulturelle Spielart der japanischen Mangas widmet sich selbst LGBT-Themen, in denen aus Ludwig van Beethoven die erotisch kostümierte "Ludoviga" oder "Louise B." werden. Beethovens Musik findet bei Animes und Videogames nicht nur im Sinne von Mickey-Mousing Verwendung, sondern als gleichsam wagnersches Leitmotiv zur Identifizierung des jeweiligen verfremdeten Helden, siehe neuerdings ClassicaLoid, eine 2016 auf dem staatlichen Sender NHK E (=Education!) gestartete Animeserie , bei der Phantasiefiguren mit Namen und Accessoires klassische Komponisten  (Beethoven natürlich mit rotem Halstuch und wirrem Haar) absurde Szenen und Kämpfe mit der modernen und künftigen Zivilisationen durchmachen müssen.

(IB & MW)

Ernst-Moritz-Arndt-Haus
Ausstellungsort
Dr. Kazuko Ozawa
Partner

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Bildnachweise

  • Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn

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