
Die deutsche Stadt der Vereinten Nationen öffnet dem konstruktiven Dialog auf nationaler, internationaler und supranationaler Ebene Plattformen. Auf dem Weg zu einer weltweit nachhaltigen Entwicklung strahlen von Bonn und den dortigen Akteuren immer wieder Impulse weltweit aus. Ob Klima, Wüste, Wasser, Boden, Artenschutz oder Frühwarnung - Bonn hat sich zum deutschen Kompetenzzentrum für Umwelt, Entwicklung und Gesundheit entwickelt. Dieses Synergiefeld der Nachhaltigkeit wird aufgewertet durch vielfältige international agierende Partner aus Politik, Organisationen, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und NGOs. Zu letzteren gehören nicht nur deutsche Organisationen mit internationalen Handlungs- und Themenfeldern, sondern auch ca. 20 international tätige Nichtregierungsorganisationen, die seit 1990 ihren Sitz in Bonn genommen haben.
Einige Beispiele:
Als Konferenzort konnte Bonn seine Kompetenz und Erfahrung vielfach unter Beweis stellen. Zu nennen sind hier UN-Vertragsstaatenkonferenzen wie die Klimagipfel 1999 und 2001, die Afghanistangespräche auf dem Petersberg bei Bonn 2001 und 2002, die Internationale Süßwasserkonferenz 2001, die Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien 2004 und zuletzt die Internationale Frühwarnkonferenz 2006.
Das Bonner Thema ist also Nachhaltigkeit - und diesen Schwerpunkt lebt die Stadt auch. Sie ist dem Städtenetzwerk ICLEI und dem Klima-Bündnis der Städte beigetreten. Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch ist stellvertretender Vorsitzender des Weltbürgermeisterrats zum Klimawandel (WMCCC). Die Stadt hat sich ein internationales Konzept gegeben und pflegt statt klassischer Städtepartnerschaften nachhaltigkeitsorientierte Projektpartnerschaften u.a.
mit Minsk (Republik Belarus), Ulan Bator (Mongolei), Buchara (Usbekistan), Cuddalore (Indien) und La Paz (Bolivien). Dank gewachsener Kompetenz und funktionierender Vernetzung konnte Bonn schon mehrfach gemeinsam mit anderen Akteuren (z.B. ICLEI, InWEnt) im Vorfeld internationaler Konferenzen zu kommunalen Vorkonferenzen einladen, bisher zu den Themen Wüstenbildung, Erneuerbare Energien und zuletzt Frühwarnung. Auch zur Biodiversitätskonferenz 2008 ist eine solche Vorkonferenz angedacht, denn vermehrt hat sich gezeigt, dass die Sichtweise und Erfahrung von Kommunen die internationale Debatte um wesentliche Impulse zu bereichern vermag.
Bonn hat also nicht nur die Rolle eines Standorts, sondern ist auch selbst Akteur für Nachhaltigkeit.
Die Grundlagen für das heutige internationale Profil Bonns wurde im Berlin/Bonn-Gesetz vom 26. April 1994 gelegt, das den Ausbau als Standort für Entwicklungspolitik, nationale, internationale und supranationale Einrichtungen als zentrale Aufgabe festschreibt. Der deutsche Standort für internationale Beziehungen wurde aufgewertet durch die Übersiedlung wichtiger Einrichtungen der Entwicklungspolitik von Berlin nach Bonn zu übersiedeln, unter ihnen InWEnt, der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und das Deutsche Institut für Entwicklung (DIE). Darüber hinaus öffnete die GTZ ein Büro in Bonn. Zusammen mit den bereits vorher ansässigen 150 staatlichen, halbstaatlichen, kirchlichen und privaten Institutionen konnte dieser Schwerpunkt nochmals aufgewertet werden. Weltweite Kontakte zu Umweltfragen und Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit pflegen auch die entwicklungs- und umweltpolitischen Arbeitsgemeinschaften und Wirtschaftsverbände.
Dazu kommen Institutionen aus Wissenschaft und Forschung und Wissenschaftsorganisationen mit starkem internationalen Austausch wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung (AvH).
Auch der Wissenschaftsraum wurde im Rahmen des Ausgleichs gestärkt und um internationale Akzente ergänzt. Mit Ausgleichsmitteln wurden an der Universität Bonn das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) und das Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) eingerichtet. Vor allem ZEF arbeitet eng mit den entwicklungspolitisch aktiven Einrichtungen zusammen und schlägt so die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Das Center of Advanced European Studies and Research (CAESAR), ebenfalls aus dem Berlin/Bonn-Ausgleich finanziert und als private Stiftung organisiert, bringt internationale Forscherteams auf Zeit zusammen, die grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung betreiben.
Der internationale Standort und die Internationale Dialogplattform Bonn sind also keine Worthülsen. Bonn nutzt seine Chance, Deutsches Kompetenzzentrum zu werden für Themen, die unsere Zukunft bestimmen und vielfältige international agierende Partner zu diesem Ziel zusammenzubringen!
Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2011