Preisträger Grünes und blühendes Bonn 2012 [PDF, 11 KB]
Datei: http://www.bonn.de/umwelt_gesundheit_planen_bauen_wohnen/wet
tbewerb_gruenes_und_bluehendes_bonn/10746/index.html?lang=de&download=M3wBUQCu%2F8ulmKDu36WenojQ1NTTjaXZnqWfVpzLhmfhnapmm
c7Zi6rZnqCkkIN9e3p8bKbXrZ2lhtTN34al3p6YrY7P1oah162apo3X1cjYh
2%2BhoJRn6w%3D%3D

|
vergrößerte Ansicht: Am Nippenkreuz © Stadt Bonn
Wie durch die Idee und Initiative eines Einzelnen etwas gut gelungenes Gemeinsames werden kann, zeigt der Garten des Vereins für Gefährdetenhilfe auf vorbildliche und preiswürdige Weise. Wo sich vorher mit einer eintönigen Rasenfläche zwischen den Häuserzeilen ein städtischer Allerwelts-Anblick bot, freut sich das Auge heute über eine Struktur- und Nutzungsvielfalt, die gleichzeitig Ausdruck des sozialen Miteinanders ist.
Der Garten weist eine gelungene Form und Gliederung auf. Im Hauptgartenbereich befinden sich die zahlreichen, wenige Quadratmeter großen Beete. Sie sind voneinander getrennt durch bogenförmige grüne Wege. Der vorhandene Laubbaum wurde als Strukturelement in das Gartenkonzept integriert und der Bereich mit einer kleinen Rundbank zum Ruheraum gestaltet. Das Ganze wird eingerahmt von einer Hainbuchenhecke.

|
vergrößerte Ansicht: Am Nippenkreuz © Stadt Bonn
Das Nutzungskonzept sieht vor, dass jedes Jahr die einzelnen Parzellen neu an die Bewohner der umliegenden Häuser vergeben werden. So entsteht von Jahr zu Jahr und von Beet zu Beet eine hohe Vielfalt, zu der jeder Gärtner / jede Gärtnerin, je nach eigenem Geschmack durch Blumen oder unterschiedlichste Nutzpflanzen beiträgt. So finden auch Vögel und Insekten einen lebendigen Trittstein in einer sonst tristen Umgebung.
Dass die Menschen von Nebenan, inmitten eines so genannten sozialen Brennpunkts, jeder wie er kann und möchte an diesem Garten mitgestalten kann, ist bemerkenswert gut gelungen. Der Garten wird so zum Begegnungsraum mit der Natur und mit den Mitmenschen.

|
vergrößerte Ansicht: Am Sennertspfad 5 © Stadt Bonn
In diesem Garten werden fast ausschließlich einheimische Wildpflanzen verwendet und so ist ein Lebensraum für viele Tiere und die Möglichkeit für vielfältige Naturbeobachtung geschaffen worden. Alle Funktionsflächen wurden versickerungsoffen befestigt und begrünt.
Trockenmauern aus Grauwacke fangen die Geländesprünge ab, die sich durch die Anlage der nur wenig geneigten Wege- und Platzflächen in dem abfallenden Gelände ergeben. Auch sie sind begrünt und bieten in ihren Fugen zahlreichen Tieren Unterschlupf.
Das Dach des Carports ist begrünt, an den Zäunen wachsen Rankpflanzen. Zäune und Pergola sind aus unbehandelter Robinie und Kastanie, hier dürfen Wespen und Hornissen Nistbaumaterial abraspeln.

|
vergrößerte Ansicht: Am Sennertspfad 5 © Stadt Bonn
Durch den Garten zieht sich ein geschwungener Bach, der am oberen Sitzplatz entspringt und an der unteren Terrasse in einem kleinen Teich endet. So finden Vögel Badestellen und viele Tiere haben die Möglichkeit frisches Wasser zu trinken. Dieser Bach wird von einem Blumenrasen umgeben, einer blütenreichen Alternative zum normalen Rasen. In der umgebenden Wildstrauchhecke mit zahlreichen Wildrosen finden Vögel und Kleinsäuger Nahrung und Nistplätze. Zum Naschen laden einige Beerensträucher und die pflegeleichte Erdbeerwiese "Florika" ein. Nicht nur weil es so viel in diesem Garten zu erleben und entdecken gibt, sondern auch weil der Nachbargarten in einem ähnlichen Stil und die Grenze dazwischen eher offen gestaltet wurde, wirkt diese kleine Naturoase viel größer als sie ist.

|
vergrößerte Ansicht: Bonner Talweg 86 © Stadt Bonn
Das Grundstück liegt in Innenhoflage in der Bonner Südstadt und ist von Mauern und angrenzenden Hausgiebeln gerahmt. Die Renovierung des Gartens berücksichtigt in besonderem Maße, auch baulichkonstruktiv, den vorhandenen alten Baumbestand, der den Gartenraum des gesamten Innenhofes prägt. Die Neuanlage beinhaltet einen Sonnensitzplatz am Haus, einen erhöhten Sitzplatz im Schatten, erhöhte Pflanzbeete, Treppen und Mauerdetails.

Die Gestaltung passt sich hierbei in der Materialwahl und in der klaren Struktur an die Architektur des Hauses an und schafft somit ein stimmiges Gesamtbild. Verwendet wurden Naturstein, Holz und verputzte Mauern mit Basaltsteinabdeckung. Die Pflanzenauswahl ist dem Standort angepasst und umfasst Gräser, Farne, Stauden, hier insbesondere attraktive Blattschmuckstauden und blühende Kleinsträucher im Schatten der vorhandenen Bäume. Zur Rahmung und zum Sichtschutz wurden immergrüne Magnolienhochstämme sowie Rank- und Schlingpflanzen an den Mauern gepflanzt.
Letzte Aktualisierung: 5. November 2012