Bonn - Die Stadt

 

Sprungnavigation

Von hier aus können Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Sprache und Service | Inhaltsbereich | Hauptnavigation | Hilfe | Suche | Seite drucken, Seite weiterempfehlen | spezielle Seitenfunktionen

Hilfe


Über folgende Tastenkominationen gelangen Sie zu den Hauptrubriken:

Zusätzlichen Service erhalten Sie über diese Tastenkombinationen:

Aktuelles Datum

22. März 2019



Hauptnavigation



Inhaltsbereich

 

Stadt begrüßt überarbeiteten Luftreinhalteplan (LRP) für Bonn


 

Die Bundesstadt Bonn begrüßt den überarbeiteten Entwurf der Zweiten Fortschreibung des Luftreinhalteplanes (LRP) Bonn des Landes Nordrhein-Westfalen. Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Verkehrsdezernent Helmut Wiesner: "Wir sehen uns in unserer Haltung und in unseren Anstrengungen für saubere Luft bestätigt, da der LRP weiterhin keine Fahrverbote vorsieht. Durch die Nachrüstmaßnahmen an den Bussen der Stadtwerke Bonn und der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft wird die Einhaltung des Stickoxid-Grenzwertes am Belderberg prognostiziert. An der Reuterstraße wird ein streckenbezogenes Fahrverbot selbst im Falle einer geringen Überschreitung des Grenzwerts als unverhältnismäßig angesehen."

Bis zu 170.000 zusätzliche Kilometer täglich

Sowohl ein streckenbezogenes Dieselfahrverbot für Reuterstraße als auch für Belderberg würden andere Straßen zum Teil stark belasten und zu einer Erhöhung der Gesamtfahrleistung im Stadtgebiet führen. Zu diesem Ergebnis ist die VSU GmbH gekommen. Das Ingenieurbüro hat im Auftrag der Stadt Bonn untersucht, mit welchen Ausweichverkehren durch die Fahrverbote auf den beiden Straßen zu rechnen wäre. Die Ergebnisse sind in die überarbeitete LRP-Fortschreibung eingeflossen.

Im Falle der Fahrverbotsvariante Reuterstraße plus Belderberg wäre im Bonner Stadtgebiet eine Mehrfahrleistung von circa 170.000 Kilometern täglich zu erwarten. Die Gesamtfahrleistung würde von 6,183 Millionen Kilometer auf 6,355 Millionen Kilometer am Tag steigen. Für die Fahrverbotsvariante, in der alleine die Reuterstraße gesperrt wird, betrage die Mehrfahrbelastung rund 155.000 Kilometer pro Tag.

Ausweichstrecke Bonner Talweg

Bei einem Dieselfahrverbot für die Reuterstraße, so die Prognose der VSU GmbH, würde aber auch insbesondere der Bonner Talweg als Ausweichstrecke genutzt werden. Auf dieser Ausweichstrecke würde das Verkehrsaufkommen abschnittsweise von gut 17.000 auf fast 20.000 Fahrzeuge am Tag ansteigen. Darüber hinaus würde sich auch der Anteil der besonders schadstoffreichen Autos von 28 auf 42 Prozent erhöhen. Weitere deutliche Verkehrszunahmen wären im Wittelsbacherring (Abschnitt Endenicher Straße bis Rottenburgstraße) und auf der Endenicher Straße (Abschnitt Wittelsbacherring bis Jonas-Cahn-Straße) zu erwarten. Welche Auswirkungen diese Verlagerungseffekte auf Immissionssteigerungen bei der Stickstoffdioxid-Konzentration in den betroffenen Straßen hätten, muss das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz noch berechnen.

Sperrung der Reuterstraße gefährdet Grenzwert-Einhaltung am Belderberg

Im Falle einer alleinigen Sperrung der Reuterstraße für ältere Diesel könnte sich für den Verkehr, der von Süden über die B9 oder über die linksrheinische Autobahn 565 kommt und in die Innenstadt möchte, eine Anfahrt über den Belderberg bis Bertha-von-Suttner-Platz als eine mögliche Streckenalternative anbieten. Umgekehrt könnte der Verkehr aus Norden Richtung Bad Godesberg von der Abfahrt Auerberg ebenso den Weg parallel zum Rhein und damit ebenfalls über den Belderberg nehmen. Diese Effekte könnten die für das Jahr 2020 prognostizierte Einhaltung des Grenzwerts von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft auf dem Belderberg wieder gefährden.

Das Dieselfahrverbot für die Reuterstraße würde rund 25 Prozent der rund 40.000 täglich dort verkehrenden Fahrzeuge betreffen. Der tägliche Verkehr würde aber hingegen nur um 15 Prozent abnehmen. Dies liegt daran, dass die Zahl der Kfz, die die Reuterstraße befahren dürfen, aufgrund des besseren Verkehrsflusses um rund 3000 steigen würde. Die Reuterstraße würde also durch ein Dieselfahrverbot für die Autofahrer, die dort fahren dürfen, wieder attraktiver werden.

LRP vom 11. bis 22. März im Internet einzusehen

Der LRP soll am 1. April 2019 in Kraft gesetzt werden, zuvor erhält die Öffentlichkeit vom 11. bis einschließlich 22. März noch einmal Gelegenheit, den überarbeiteten Entwurf mit einem aktuellen Stand auf der Internetseite der Bezirksregierung Köln einzusehen.

Bezirksregierung Köln
URL: http://www.bezreg-koeln.nrw.de/

Hintergrund

Mit Urteil vom 8. November 2018 hat das Verwaltungsgericht Köln im Verfahren der Deutschen Umwelthilfe gegen das Land Nordrhein-Westfalen entschieden, dass der Luftreinhalteplan für die Stadt Bonn zu überarbeiten ist und die Grenzwerte von Stickstoffdioxid schnellstmöglich einzuhalten sind. Das Gericht hat in seinem Urteil festgestellt, dass sofern in dem kurzen verbleibenden Zeitraum keine anderen Maßnahmen zur Erreichung der Ziele geeignet sind, ab dem 1. April 2019 Fahrverbote für bestimmte Kraftfahrzeuge auf bestimmten Strecken anzuordnen sein werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Land Nordrhein-Westfalen hat Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht eingelegt, daher wird es zum 1. April noch keine Fahrverbote geben

Gemäß Urteil des Verwaltungsgerichts Köln gäbe es folgende Fahrverbote:

  • Belderberg: Fahrverbot für Diesel-Kfz mit Euro-4/IV-Motoren und älter sowie Benziner der Klassen Euro 1 – 3.
  • Reuterstraße: Fahrverbot für Diesel-Kfz mit Euro-5/V-Motoren und älter sowie Benziner der Klassen Euro 1 und 2.

Verfahren vor dem OVG

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Beweisaufnahme im Berufungsverfahren zum Luftreinhalteplan Bonn für den 9. und 10. Mai 2019 terminiert. Die mündliche Verhandlung wird am 31. Juli 2019 stattfinden.


Letzte Aktualisierung: 8. März 2019




 


 

© 2003 - 2019 Stadt Bonn  Impressum

Seite drucken, Seite weiterempfehlen



zurück zur Sprungnavigation