3. Juli 2010: Wassermassen verwüsten Mehlem
Vom Starkregen am 3. Juli betroffene Bürgerinnen und Bürger können sich bei Problemen mit vollgelaufenen Kanälen an Mitarbeiter des Tiefbauamtes unter den Nummern (02 28) 77 51 22 und 77 21 53 wenden.
Die Stadt Bonn fährt seit heute morgen eine Sperrmüll-Sonderschicht. Unter der Rufnummer (02 28) 77 55 77 können sich Betroffene melden, die nach dem Unwetter Sperrmüll zu entsorgen haben.
Die Stadtwerke Bonn sind unter (02 28) 711 35 00 bei Problemen mit Gas und Wasser zu erreichen.
Die meisten Keller sind wieder leer gepumpt, die Aufräumarbeiten und Reinigung der Straßen und Häuser nach dem starken Unwetter am Samstagnachmittag laufen. Rund 180 Kräfte der Bonner Berufsfeuerwehr, Freiwilligen Wehren, der Technischen Hilfswerke Bonn und Beuel sowie Verpflegungskräfte des Malteser-Hilfsdiensts und der Johanniter-Unfallhilfe waren bis in den Sonntagmorgen, damit beschäftigt, in den südlichen Bonner Ortsteilen, die besonders betroffen waren, zu helfen.
Dramatisch war der Einsatz in der Rüdigerstraße, wo in Höhe der Häuser Nummer 34 und 36 am Bacheinlauf des Mehlemer Baches in den Rhein ein großer Teil der Uferböschung abgerutscht ist und einen 30 mal 50 Meter großen Krater hinterlassen hat. Wegen der Einsturzgefahr mussten die Bewohner evakuiert werden. Mit rund 10.000 Sandsäcken, die aus dem gesamten Umland angeliefert wurden, verfüllte die Feuerwehr die Ausspülung und sichert die absturzgefährdeten Häuser vorläufig. Nur eines der betroffenen Häuser in der Rüdigerstraße ist bewohnt, das andere steht leer.
Die Bewohner des einen Hauses dürfen vorläufig nicht zurück. Dies ist erst wieder möglich, wenn die Grube abgesichert ist und die Standsicherheit garantiert werden kann. Dafür wurden am 5. Juli 25 Kubikmeter Beton an das John-J.-McCloy-Ufer geliefert, um den Erdrutsch abzusichern. Zwei Bagger werden das Material heute noch auf der Nordseite der Abbruchstelle einarbeiten. Am Dienstag, 6. Juli, wird dies auf der Südseite fortgeführt. Der eingefüllte Beton wird mit einer Folie abgedeckt, die gegen Regen und vor Austrocknung schützt.
Die Hausanschlusskanäle der beiden betroffenen Häuser in der Rüdigerstraße wird eine Spezialfirma mit Kameras befahren, um den Zustand zu überprüfen. Am Dienstag, 6. Juli, wird es durch Mitarbeiter des Tiefbauamtes eine Begehung des Mehlemer Bach-Kanals geben. Ausgehend von der Domhoffstraße wird bachabwärts bis zu Rhein geprüft, ob noch eventuelle Hindernisse beseitigt werden müssen.Das bewohnte Haus in der Rüdigerstraße kann voraussichtlich am Dienstag, 6. Juli, wieder bezogen werden - je nach Ausgang der Untersuchungen. Die Schadenshöhe ist noch nicht bezifferbar.
Neben dem Einsatz am McCloy-Ufer pumpte die Feuerwehr in rund 80 Einsätzen Keller leer und beseitigte abgebrochene Äste. Auch Mitarbeiter der Stadtwerke (SWB) Energie und Wasser waren stundenlang im Einsatz. Nach dem Unwetter musste in rund 200 Haushalten rund um die Mainzer Straße ab 17 Uhr zur Sicherheit der dort eingesetzten Feuerwehrleute und Bewohner der Strom abgeschaltet werden. Gegen 1.30 Uhr floss in den meisten Haushalten der Strom wieder. Damit die Hilfskräfte während ihres langen Einsatzes in der Hitze nicht durstig bleiben mussten, hatten die Stadtwerke in der Nacht auf Sonntag auf die Schnelle noch den SWB-Wasserwagen und seine Crew organisiert.
Mitarbeiter des Amtes für Abfallwirtschaft und Straßenreinigung haben am Montag, 5. Juli, damit begonnen, Sperrmüll einzusammeln. Dabei half zudem die Schnelle Eingreiftruppe des Stadtbezirks Bad Godesberg Betroffenen den Müll zur Straße zu transportieren. Auch in den nächsten Tage werden die Mitarbeiter vor Ort sein, da viele Bürger mitgeteilt haben, dass weiterer Unrat aus den überfluteten Kellern herausgeholt werden muss. Es sind des Weiteren Mitarbeiter der Betriebsaufsicht in Mehlem, um den Betroffenen möglichst unbürokratisch zu helfen. Ab Dienstag, 6. Juli, wird zusätzlich ein Wasserwagen und Kehrmaschinen eingesetzt, damit der verbliebene Schlamm von Straßen und Wegen entfernt wird. Unter der Rufnummer (02 28) 77 55 77 können sich Betroffene melden, die nach dem Unwetter Sperrmüll zu entsorgen haben.
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Aufgrund der Aufräumarbeiten in der Mainzer Straße in Mehlem nach dem Unwetter am Samstag fahren die Buslinien 612, 613 und 615 seit Montag, 5. Juli, 12 Uhr bis voraussichtlich Mittwoch, 7. Juli, 14 Uhr Umleitungen, da die Mainzer Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt ist.
Die Haltestellen "Brunhildstraße" werden in die Brunhildstraße vor der Einmündung in die Mainzer Straße verlegt. Die Haltestellen "Dreholzstraße" und "Mehlem Ort" entfallen. Die Haltestellen "Gunterstraße" werden auf die Mainzer Straße (südlich) vor bzw. hinter die Einmündung in die Hagenstraße versetzt.
Weitere Infos über Umleitungen der Buslinien gibt es bei den Stadtwerken Bonn.
Die Bedeutung professioneller Kommunikationsstrukturen bei Feuerwehren und Hilfsorganisationen hat sich bei der Überflutung in Mehlem am vergangenen Samstag erneut gezeigt. Gleichzeitig dankt die Stadt allen, die die Folgen des Unwetters beseitigt oder gemildert haben.
Bei den sintflutartigen Regenfällen und der Überflutung Mehlems musste sich auch die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Bonn wieder einmal bewähren. Mit ihrem Dank an alle freiwilligen und berufstätigen Hilfskräften, an Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, Abfallbeseitigung, Tiefbauamt, Stadtwerke und die Polizei, die, statt den WM-Fußballspielen zuzuschauen, am Samstag und Sonntag bis zu 17 Stunden im Einsatz waren, verbinden Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Stadtdirektor Dr. Volker Kregel eine klare Botschaft: Sparmaßnahmen bei Feuerwehr und Bevölkerungsschutz sind ein falscher Weg. Sie schwächen die Hilfsfähigkeit des Bevölkerungsschutzes.
Beide warnen zum Beispiel vor Streichungen für die neue Leitstelle der Berufsfeuerwehr Bonn, die im Zusammenhang der bevorstehenden Haushaltsentscheidung geplant sind. Gleiches gilt für finanzielle Zurückhaltung bei Ausrüstung und Übungsmöglichkeiten. Gerade bei Großschadensereignissen sei z.B. die technische Ausrüstung der Leitstellen für die Führung der eigenen Kräfte aber auch für die Zusammenarbeit mit dem Rhein-Sieg-Kreis und anderen Nachbarkreisen unverzichtbar. Es passe nicht zusammen, wenn die Leitstelle des Kreisgebietes mit moderner Kommunikationstechnologie ausgestattet werde, Bonn aber weiter "mit einem System von gestern" auskommen müsse.

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vergrößerte Ansicht: Krater am Bach bei Nacht © Stadt Bonn

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vergrößerte Ansicht: Feuerwehreinsatz Rheinufer © Stadt Bonn
Letzte Aktualisierung: 5. Juli 2010