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Hornissen


 

"Ein friedlicher Zeitgenosse mit schlechtem Ruf"

Hornissen leben in einem einjährigen Sommerstaat
Hornissen sind friedlich
Hornissen sind nicht gefährlicher als Bienen und Wespen
Hornissen sind nützlich
Hornissen sind vom Aussterben bedroht und stehen unter Schutz
Was passieren muss
Verhaltensregeln im Umgang mit Hornissen

Hornissen leben in einem einjährigen Sommerstaat

Ihr Lebenszyklus läuft wie bei fast allen staatenbildenden Insekten ab. Die Königin beginnt im Frühjahr mit der Gründung ihres Staates, sie sucht sich einen geeigneten Nistplatz, wie ein Astloch, eine alte Spechthöhle oder ein Unterschlupf im Siedlungsbereich. Hier beginnt die Königin mit dem Bau des Nestes, welches sie aus zerkautem morschem Holz, das mit Speichel angefeuchtet eine papierähnliche graue Masse ergibt, herstellt. Nach der Fertigstellung der ersten Waben werden von der Königin die ersten Eier gelegt. Es dauert an die vier Wochen bis aus den Larven die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. In diesen vier bis fünf Wochen ist die Königin auf sich allein gestellt und muss ihren Nachwuchs mit Eiweiß, in Form von Insekten, versorgen. Sie selber benötigt Kohlenhydrate, die sie aus Fallobst, Blüten oder Baumsäften gewinnt. Mit ansteigender Größe des Staats lösen die Arbeiterinnen die Königin von ihren Versorgungsaufgaben ab. Nun konzentriert sich die Hornissenkönigin nur auf das Eierlegen. Im Sommer erreicht der Staat mit 200 bis 600 Tieren seine größte Stärke.

Im Spätsommer (etwa Mitte September) nimmt die Anzahl der Hornissen im Staat laufend ab, aus den Eiern schlüpfen nur noch Jungköniginnen und Drohnen (männlich), die nach und nach vom Nest wegfliegen und sich paaren.

Im Herbst, mit sinkenden Temperaturen stirbt das gesamte Hornissenvolk ab. Nur die befruchteten Jungköniginnen überdauern den Winter in geschützten Verstecken um im nächsten Frühjahr einen neuen Staat zu gründen.

Hornissen sind friedlich

Die Hornisse ist mit 30 bis 40 mm das größte staatenbildende Insekt Europas. Sie gehört zu der Familie der sozialen Faltenwespen. © Stadt Bonn
Die Hornisse ist mit 30 bis 40 mm das größte staatenbildende Insekt Europas. Sie gehört zu der Familie der sozialen Faltenwespen.

Es ist einfach viel zu wenig bekannt, dass Hornissen erstaunlich friedfertige Tiere sind, die nicht grundlos angreifen. Hornissen sind sogar scheuer als Honigbienen und ziehen es immer vor, einen Konflikt durch Flucht zu vermeiden. Wie alle anderen staatenbildenden Insekten versuchen auch Hornissen nur ihr Volk und ihre Königin gegen tatsächliche oder mögliche Angriffe auf das Nest zu verteidigen.

Hornissen sind nicht gefährlicher als Bienen und Wespen

Die Meinung, dass drei Hornissenstiche einen Menschen und sieben ein Pferd töten sollen, ist weit verbreitet, aber völlig falsch. Das angeblich so gefährliche Hornissengift ist nicht giftiger als das von Bienen oder Wespen. Normal empfindliche Menschen können zahlreiche Stiche ohne Folgen überstehen. Für Allergiker kann aber schon der Stich einer einzigen Biene oder Hornisse zum Problem werden. Sie reagieren auf im Giftsekret enthaltenes hochmolekulares Eiweiß (Allergen) mit einer allergischen Reaktion (Eiweißallergie). In diesem Fall sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen.

Hornissen sind nützlich

Die Hornissen haben als so genannter Regulator (Naturpolizei) einen wichtigen Stellenwert im Ökosystem, da sie für ihren Nachwuchs eine beträchtliche Zahl an Insekten erbeuten. Ihnen fallen viele schädliche Insekten zum Opfer, somit verhindern sie deren Massenvermehrung. Hornissen können als natürlicher Schädlingsbekämpfer bezeichnet werden.

Hornissen sind vom Aussterben bedroht und stehen unter Schutz

Ihre positiven und friedfertigen Eigenschaften werden immer noch verkannt. Hornissen werden weiterhin verfolgt und oft aus Angst oder Un- wissenheit getötet. Neben dem Vernichten von Nistmöglichkeiten (z.B. Fällen von alten Bäumen) und der geringen Akzeptanz, ist ihr Bestand seit den letzten 20 Jahren stark rückläufig. In weiten Teilen Europas gelten sie schon als ausgestorben. Die Hornissen stehen in Deutschland unter beson-derem Schutz, da sie auch hier vom Aussterben bedroht sind.

Was passieren muss

Um das Aussterben der Hornissen zu verhindern reicht der gesetzliche Schutz nicht aus. Das größte Problem für Hornissen ist der Rückgang der natürlichen Nistmöglichkeiten, z.B. Astlöcher oder verlassene Spechthöhlen. Um diesem Mangel an natürlichen Nistmöglichkeiten entgegen zu wirken, ist es sinnvoll durch Nistkästen den Hornissen Alternativen zu schaffen. Doch die ganzen Schutzmaßnahmen machen erst einen Sinn, wenn der Mensch seine Ängste und Vorurteile gegenüber diesem friedfertigen und nützlichen Insekt abbaut.

Verhaltensregeln im Umgang mit Hornissen

In Haus oder Wohnung: ruhig verhalten, gegebenenfalls das Licht löschen und Fenster öffnen (da Hornissen auch nachts noch aktiv sind, orientieren sie sich an Lichtquellen). Die Hornissen finden meist selbständig nach draußen.

In Nestnähe (ca. 4 m um Nestbereich) vermeiden Sie heftige Bewegungen, Zustellen der Flugbahn, Manipulation des Fluglochs und Hineinatmen in das Nest.

Das Verhalten im Freien, ohne Nestnähe: Da Hornissen friedfertig sind, flüchten sie bei Bedrohung, somit besteht bei ruhigem Verhalten keine Gefahr.

Das Hornissennest am Haus oder in Hausnähe, an nicht tolerierbaren Stellen, auf keinen Fall eigenständig entfernen (z.B. mit Feuer oder Insektiziden). Da Hornissen geschützt und vom Aussterben bedroht sind, muss das Nest von einem Fachmann entfernt und geborgen werden.

zur Homepage Hornissenschutz
URL: http://www.hornissenschutz.de
zur Homepage Nabu Muenster
URL: http://www.nabu-muenster.de

Letzte Aktualisierung: 16. Juli 2014




 


 

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