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Zur Geschichte des Alten Rathauses


 

Richtfest: Wein und Weißbrot für die Maurer

Die Kassen waren gut gefüllt in den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts. Den Plänen des prunkvollen Rokokobaus als neuem Rathaus - anstelle des 1689 zerbombten gotischen - sollte nichts entgegenstehen. Der Franzose Michel Leveilly, geachtet als kurfürstlicher Hofbaumeister, erhielt den Architektenauftrag. Rund 4800 Reichstaler standen als Barmittel bereit, als Kurfürst Clemens August am Morgen des 24. April 1737 den Grundstein legte. Der gesamte Hofstaat und die Repräsentanten der Stadt versammelten sich auf dem Markt. Eine Parade der Bürgergarde zog feierlich über den Platz. Zwölf Böllerschusse hallten durch die Stadt.

Anfang November 1737 wurde der Richtfeststrauß aufgesetzt. Zur Feier des Tages erhielten die schnellen Maurer Wein und Weißbrot. Schon Ende Oktober 1738 konnte die erste Ratssitzung im Ratssaal - dem heutigen Dienstzimmer des Oberbürgermeisters - stattfinden. Bis dato hatte sich in der Stadtkasse jedoch ein Defizit von mehr als 1300 Reichstalern angesammelt. Aus Geldmangel wurde das schmiedeeiserne Schmuckgitter der Rathaus-Freitreppe erst 1765 geschaffen. Es enthält in späten Rokoko-Ornamenten die Embleme der vier Jahreszeiten und das kurfürstliche Wappen. Zu den Jahreszeiten gehören auch Vogelmotive, die die Bonner gern als Friedenstauben bezeichnet haben. 1780 präsentierte sich die gerade fertig gestellte Fassade des Rathauses in lichtem Gelb.

Dienstsitz des Oberbürgermeisters und 'Gute Stube' der Stadt für repräsentative Zwecke

Blick in das Dienstzimmer des Bonner Oberbürgermeisters © Stadt Bonn
| vergrößerte Ansicht: Blick in das Dienstzimmer des Bonner Oberbürgermeisters © Stadt Bonn
 
Blick in das Dienstzimmer des Bonner Oberbürgermeisters

Der große Brand am 18. Oktober 1944 verschlang von der Bahnlinie bis zum Rhein fast alle Häuser. Vom Rathaus blieben als Reste nur die Umfassungsmauern stehen. Bis 1950 wurde es wieder hergestellt, jedoch mit weniger Prunk: Auf die einst reichen Stuckdekorationen wurde bei der Restauration verzichtet, dafür wurde das Mansardendach erhöht - wie es die moderne Bauweise der Nachkriegszeit forderte. Ein weiterer Anschlag, den das Gebäude überstehen musste, kam im April 1973 aus dem linksradikalen Spektrum. Vermummte stürmten das Gebäude, zerstörten Fenster und Inventar. Was blieb, war ein Schaden von 500 000 DM.

1978 zog die städtische Verwaltung aus dem Rathaus aus, da dort und am Bottlerplatz die Kapazitäten nicht mehr ausreichten. Grund dafür waren die nach 1969 vollzogenen Eingemeindungen. In der Nordstadt wurde deshalb das Stadthaus errichtet. Das Alte Rathaus dient bis heute dem Oberbürgermeister als Dienstsitz und der Stadt für repräsentative Zwecke. Große Persönlichkeiten wie Bill und Hillary Clinton, Nelson Mandela und Mutter Teresa wurden im Alten Rathaus empfangen. Sie haben sich im Goldenen Buch der Stadt verewigt.

Das Goldene Buch
URL: http://www.bonn.de/rat_verwaltung_buergerdienste/der_oberbue rgermeister/goldenes_buch/index.html?lang=de

Schauplatz historischer Ereignisse

Auch war die Freitreppe wiederholt Schauplatz historischer Ereignisse: Hier schwang Gottfried Kinkel 1848 die schwarz-rot-goldene Fahne. Hier trat der erste Bundespräsident Theodor Heuss am Abend seiner Wahl im September 1949 vor die Bonnerinnen und Bonner. Hier hielten 1962 der französische Staatspräsident Charles de Gaulles und 1963 US-Präsident John F. Kennedy eine Begrüßungsansprache. Von der Treppe grüßte 1965 die englische Königin Elizabeth II. und auch Michail Gorbatschow sprach 1989 von dort zu den Bonnerinnen und Bonnern. 2010 steht die Sanierung des mehr als 280 Jahre alten Hauses an, damit es noch viele weitere Kapitel der Historie Bonns schmücken kann.


Letzte Aktualisierung: 26. Oktober 2009




 


 

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