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Gedenkveranstaltung am Jahrestag der Bücherverbrennung


 

Zum Gedenken an die Bücherverbrennung in Bonn
Das Erinnerungsmal
Zum Hintergrund der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933
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Zum Gedenken an die Bücherverbrennung in Bonn

Am 8. Juli 2010 hat der Rat der Stadt Bonn den einstimmigen Beschluss gefasst, ein Erinnerungsmal zum Gedenken an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Bonner Markt zu errichten.

Der damalige Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Professor Jürgen Fohrmann, seinerzeit Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, hatten die Bürgerinnen und Bürger um finanzielle Unterstützung für das Erinnerungsmal gebeten. Insgesamt wurden mehr als 20 000 Euro gespendet.

Am 10. Mai 2013 wurde zum Gedenken an den 80. Jahrestag der Bücherverbrennung der Öffentlichkeit ein Erinnerungsmal auf dem Bonner Marktplatz übergeben. Dieses Erinnerungsmal wurde ermöglicht durch die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen und durch bürgerschaftliches Engagement von Kirchen, Vereinigungen sowie durch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Bonn und der Region.

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Das Erinnerungsmal

In einem Wettbewerb waren zehn Künstlerinnen und Künstler eingeladen worden, einen Vorschlag für ein Erinnerungsmal zu erarbeiten. Das Auswahlgremium entschied sich einvernehmlich für den gemeinsamen Entwurf der Künstler Andreas Knitz und Dr. Horst Hoheisel.

Ihr Erinnerungsmal besteht aus über den Bonner Markt verstreuten "Lese-Zeichen". Diese im Pflaster eingelassenen Bronzebücher enthalten auf dem Rücken Titel und Namen von Autorinnen und Autoren der von den Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 verbrannten Bücher. Die zunächst zufällig auf dem Platz verteilten "Lese-Zeichen" verdichten sich an der Stelle vor der Treppe des Alten Rathauses, an der die Bücher verbrannt wurden.

Die Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz haben das Erinnerungsmal auf dem Markt gestaltet. © Stadt Bonn - Foto: Michael Sondermann
| vergrößerte Ansicht: Die Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz haben das Erinnerungsmal auf dem Markt gestaltet. © Stadt Bonn - Foto: Michael Sondermann
 
Die Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz haben das Erinnerungsmal auf dem Markt gestaltet.

Zusätzlich dazu ist eine wetterfeste Büchertruhe in den Platz eingelassen. In ihr wird eine Büchersammlung von Autorinnen und Autoren aufbewahrt, deren Werke hier verbrannt wurden. Die Inschrift der Truhe benennt das Ereignis und weitere Autorinnen und Autoren von verbrannten Büchern.

Zur Erinnerung an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 veranstaltet die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus in Kooperation mit der Stadt Bonn und weiteren Partnern jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung auf dem Bonner Marktplatz. Dabei wird die Büchertruhe geöffnet und aus den Büchern der verfolgten Autorinnen und Autoren zitiert. Anschließend werden die Bücher verschenkt, die Truhe wird mit anderen Werken befüllt und bis zum nächsten Jahr verschlossen.
Das DENK-MAL wird somit zum LESE-MAL.

Zum Internetangebot der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus
URL: http://www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/bonn/besucherinformation en.html
Weitere Informationen zum Lesemal finden Sie auf den Internetseiten der Künstler
URL: http://www.hoheisel-knitz.net/index.php?option=com_content&t ask=view&id=71&Itemid=143

Zum Hintergrund der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 sahen sich unter anderen jüdische, pazifistische, sozialdemokratische und kommunistische Schriftstellerinnen und Schriftsteller einer verstärkten Verfolgung ausgesetzt. Die erste große Aktion gegen diese begann im April 1933 in einer vom "Hauptamt für Presse und Propaganda der Deutschen Studentenschaft" organisierten reichsweiten vierwöchigen "Aktion wider den undeutschen Geist".

Zum Auftakt der Kampagne wurden am 12. April 1933 die "12 Thesen wider den undeutschen Geist" veröffentlicht. Die Deutsche Studentenschaft lieferte dazu begleitende Artikel für Zeitungen und Zeitschriften und organisierte Vorträge in der Öffentlichkeit und im Radio, um über die Ziele der Kampagne "aufzuklären" und die betroffenen Autorinnen und Autoren zu diffamieren. Am 26. April 1933 begann die Sammlung von "zersetzendem Schrifttum", und am 9. Mai wurden die "Feuersprüche" versandt als Grundlage für eine reichseinheitliche Gestaltung der Bücherverbrennungen.

Das "Hauptamt der Deutschen Studentenschaft" verteilte so genannte "Schwarze Listen" mit Autorennamen und Werken. Alle Studierenden wurden aufgefordert, ihre privaten Bibliotheken und die von Bekannten zu "säubern"; Universitäts- und Institutsbibliotheken, öffentliche Büchereien und Buchhandlungen sollten durchsucht werden. Auch die Bonner Studentenschaft beteiligte sich an der Kampagne.

Insgesamt sind für das Frühjahr 1933 deutschlandweit mehr als 50 Bücherverbrennungen dokumentiert. Allein am Abend des 10. Mai 1933 fanden Bücherverbrennungen an 22 Hochschulorten statt, darunter auch vor dem Bonner Rathaus. Welche Bücher in Bonn verbrannt wurden, ist nicht mehr nachvollziehbar. Die Liste der verfemten Autorinnen und Autoren, deren Bücher verbrannt wurden, ist lang und umfasst etwa 450 Namen. Im Laufe der Zeit wurde die Liste der verbotenen Bücher noch um lokale Schriftsteller und wissenschaftliche Publizisten erweitert. Fast die gesamten Autoren deutscher Gegenwartsliteratur gingen ins Exil, andere wurden später in Konzentrationslager verschleppt oder mit Publikationsverboten belegt.

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Letzte Aktualisierung: 22. Juni 2017




 


 

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