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15. August 2018



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Tote Wildtiere in der Rheinaue: Mitarbeiter am Wochenende freiwillig im Einsatz


15.06. 2018

BN - In den vergangenen Tagen sind ungewöhnlich viele Fische und Wasservögel in der Rheinaue verendet. Sie zeigten Vergiftungserscheinungen. Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün werden am Wochenende wegen der Tiere im Einsatz sein. Die Stadt bittet darum, die Wildtiere in der Rheinaue nicht zu füttern.

Bis Freitagmittag sind rund 300 tote Fische rund 30 tote Enten von Mitarbeitern des Amtes für Stadtgrün eingesammelt worden. Sie haben sich zudem freiwillig gemeldet, Tierkadaver am Wochenende einzusammeln, damit sich gesunde Tiere nicht über die Kadaver infizieren. Bonnorange kümmert sich um die Tierkörperbeseitigung und hat eine Rufbereitschaft für den Einsatz der Mitarbeiter am Wochenende eingerichtet.

Die Stadt steht mit dem Friedrich-Löffler-Institut - dem Bundesforschungsinstitut für Tierseuchen - in Kontakt, um die Ursache für das Sterben der Wildtiere zu ermitteln. Es soll geklärt werden, ob die Experten dort die exakte Ursache bestimmen können. Vergiftungserscheinungen, wie die Tiere sie zeigen, lassen auf Botulismus schließen und darauf, dass der Rheinauensee "umgekippt" ist. Das Amt für Stadtgrün hat darüberhinaus veranlasst, dass eine auf Wasseranalysen spezialisierte Firma in der kommenden Woche im Rheinauensee Proben entnimmt, um die Wasserqualität zu bestimmen.

Wenn verletzte oder tote Tiere gesichtet werden:

Wer ein verletztes Tier findet, kann sich an die Tierrettung der Feuerwehr wenden. Diese ist zuständig für Tiere, die sich in einer Notlage befinden. In diesen Fällen kann der Notruf 112 kontaktiert werden. In weniger dringenden Fällen: bitte nicht den Notruf wählen, sondern an die Leitstelle der Feuerwehr unter der Rufnummer 0228 - 7170 wenden.

Wer ein totes Tier findet, sollte sich bei der Leitstelle des Stadtordnungsdienstes unter der 0228 - 77 33 33 melden. Die Mitarbeiter kontaktieren die jeweils zuständigen Stellen, damit die Kadaver entsorgt werden. Rheinauenbesucher können sich selbstverständlich auch an die städtischen Gärtner vor Ort wenden.

Warum "kippt" das Klima im See?

Flora und Fauna am See und Uferbereich leiden darunter, wenn freilebende Tiere mit Lebensmitteln gefüttert werden. Natürliche Auslese durch Nahrungsknappheit verhindert normalerweise die zu starke Ausbreitung einer Art. Fütterungen haben nach Erkenntnissen der Stadt bei den Wasservögeln dafür gesorgt, dass mittlerweile rund 150 Enten und Gänse in der Rheinaue leben. Die im See verstreuten Lebensmittel - vor allem Brotreste - und der Kot der vielen Tiere führen zur Verschmutzung. Die Wassergüte nimmt ab und das Klima im See "kippt", denn durch die Zersetzungsprozesse der organischen Stoffe entsteht Sauerstoffmangel. Dieser bewirkt, dass Bakterien das giftige Botulin produzieren können (Botulintoxin). Das Gift führt bei den Tieren zu Lähmungserscheinungen und schließlich zum Tod.

Maßnahmen sollen Abhilfe schaffen

Die Stadt plant, entweder die Sedimente am Boden des Sees zu entfernen oder für eine bessere Durchlüftung des Rheinauensees zu sorgen. Für beide Varianten werden derzeit Angebote eingeholt. Nach Auswahl des Verfahrens sollen die Maßnahmen ab Herbst 2018 bis Anfang 2019 durchgeführt werden. Ein Eingriff zum jetzigen Zeitpunkt in das geschwächte Ökosystem würde den Tieren eher schaden, deshalb soll bis zum Herbst gewartet werden, wenn die Gänse die Rheinaue verlassen und ihr Winterquartier ansteuern. Die notwendigen Haushaltsmittel sind bereits angemeldet. Außerdem werden Schilder aufgestellt, die auf die Folgen der Fütterung aufmerksam machen.

Was die Stadt bisher unternommen hat:

  1. Wie schon im vergangenen Jahr hat das Amt für Stadtgrün auch im Frühjahr 2018 Mähboote eingesetzt, um Algen zu entfernen, die sich durch langanhaltende Sonneneinstrahlung im Prozess der Photosynthese schlagartig vermehren und so den Sauerstoffmangel und das Umkippen des Sees begünstigen. Die vielen Sonnentage seit Ende Mai haben auch nach der Mähaktion viele Algen wachsen lassen.
  2. 2012 sind das über Jahre angesammelte Schwemmgut und die Ablagerungen ausgebaggert worden. Denn weniger organische Massen mindern den Algenwuchs in der warmen Jahreszeit. Bisher ist die Sedimentschicht nicht so hoch angewachsen wie gedacht, was darauf schließen lässt, dass die Lebensmittelreste, die beim Füttern anfallen, für das schlechte Wasserklima sorgen.
  3. Der Rheinauensee wird seit 2011 von einem Pumpwerk mit frischem Wasser versorgt. Dies stammt aus dem Kühlsystem des benachbarten Post Towers. Die beiden Pumpen für die See-Einspeisung können zusammen jährlich bis zu 1 000 000 Kubikmeter Wasser fördern. Zusätzlich wurden vom Amt für Stadtgrün auch noch zwei weitere Pumpen zur Bewässerung installiert.

Der See umfasst eine Fläche von 15 Hektar, eine Länge von 1,3 Km, eine Breite von 155 Metern und er hat eine Tiefe 0,5 bis drei Metern. Deshalb ist von einem Fassungsvermögen von 150 000 Kubikmetern Wasser auszugehen.




 


 

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