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Straßentunnel Bad Godesberg: Nachrüstung der Sicherheitstechnik beginnt in den Sommerferien 2018


16.05. 2018

Einspurige Verkehrsführung erforderlich. Die jeweilige Tunnelröhre, in der gearbeitet wird, muss komplett gesperrt werden.

BN - Die zweite Stufe der sicherheitstechnischen Nachrüstung des Straßentunnels Bad Godesberg soll in den Sommerferien ab Montag, 23. Juli 2018, starten. Das zuständige Tiefbauamt der Stadt Bonn hat für die umfangreichen Maßnahmen rund 18 Monate Bauzeit kalkuliert: neun Monate rheinseitige Röhre, 9 Monate bergseitige Röhre. Zunächst ist eine Teilsperrung für Vorarbeiten in der Röhre in Fahrtrichtung Süden vorgesehen.

Ab Samstag, 4. August 2018, muss der Verkehr dann einspurig im Gegenverkehr in der jeweils nicht betroffenen Röhre geleitet werden. Da der Umbau der Lüftung für den Brandfall erfolgen soll, sind erhebliche bauliche Eingriffe in den Straßentunnel erforderlich. Die jeweilige Tunnelröhre, in der die Arbeiten stattfinden, muss jeweils komplett für den Straßenverkehr gesperrt werden.

In der jeweils in Betrieb befindlichen Röhre wird der Gegenverkehr durch eine mobile, rund 80 Zentimeter hohe Leitwand abgeschirmt, um Kollisionen zu verhindern. Bei einem Pressegespräch erläuterten Tiefbauamtsleiter Peter Esch und der zuständige Sachgebietsleiter Stefan Pieper die Baumaßnahme und die Verkehrslenkung während der Baumaßnahme.

Verkehrsführung

Zunächst wird die rheinseitige Tunnelröhre, also die Fahrtrichtung Bonn, für rund neun Monate gesperrt. Dann wandert die Baustelle in die bergseitige Röhre Richtung Bad Godesberg, die dann für weitere neun Monate nicht befahren werden kann. Vorgeschaltet sind ab Montag, 23. Juli 2018,  erforderliche Anpassungen an den Löschwasserleitungen  zur Absicherung der Löschwasserversorgung in der Bauzeit im Tunnel Richtung Bad Godesberg. Hierfür sind Teilsperrungen einzelner Spuren notwendig, die über die normale Verkehrsleiteinrichtung im Tunnel angezeigt werden.

Da der Tunnel stark genutzt wird, jeden Tag rollen rund 40.000 Kraftfahrzeuge hindurch, ist nicht damit zu rechnen, dass die gesamten Verkehrsströme mit der einspurigen Verkehrsführung in der eigentlichen Bauzeit aufgefangen werden können. Daher empfiehlt das Tiefbauamt, auf die so genannte MUK- Strecke – Mittelstraße, Ubierstraße, Konstantinstraße – oder die bahnparallelen Straßen - Oscar-romero-Allee, Nahum-Goldmann-Allee, August-Bebel-Allee, Martin-Luther-Allee und Godesberger Straße - auszuweichen. Insbesondere auf der MUK-Strecke hatte das Tiefbauamt alle planbaren Kanal- und Straßenbauarbeiten vorab abgeschlossen, damit dieser Abschnitt während der Tunnelsanierung möglichst behinderungsfrei bewältigt werden kann.  Ein Beispiel hierfür ist der Neubau des Kreisels Römerplatz.

Trotz der mit der Feuerwehr abgestimmten einspurigen Verkehrsführung im Gegenverkehr in einer Tunnelröhre und der beschriebenen Alternativstrecken ist aufgrund der großen Verkehrsbelastung mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Ortskundiger Verkehr sollte daher nach Möglichkeit vermeiden, den Tunnel zu befahren.

Neues Brandschutzkonzept für mehr Sicherheit

Bisher erfolgt die Frischluftzufuhr über einen separaten Lüftungskanal, der sich über den Verkehrstunnelröhren befindet. Dieser Kanal ist zweigeteilt und führt Frischluft über seitliche Wandschlitze in den Bereich der Notwege. Der zweite Kanal führt im Bedarfsfall zusätzlich Frischluft über Deckenschlitze in den Tunnel. Die verbrauchte Luft wird über die Lüfter in den Gebäuden am nördlichen und südlichen Portal abgesaugt.

Künftig sollen über einzelne Deckenöffnungen die Brandgase gezielt in der Nähe des Brandherdes abgesaugt werden. Dies erzeugt im Tunnel einen Luftstrom zur Absaugöffnung, der ein Ausbreiten von Brandgasen und Rauch verhindert. Personen im Tunnel können dann die nächstmögliche Fluchtmöglichkeit beziehungsweise Fluchtwege erreichen.

Je Tunnelröhre müssen für diese Planung 15 Lüftungsklappen mit einer Größe von je rund drei mal drei Metern eingebaut werden. Sie sind mit Jalousien verschlossen. Außerdem müssen alle Strahlventilatoren ausgetauscht werden, weil nur der Ersatz einzelner Maschinenkomponenten nicht die erforderliche Lüftungsleistung erbracht hätte. Die vorhandenen Abluftventilatoren in den Abluftkaminen werden entsprechend angepasst. Im Brandfall wird nur die unmittelbar am Brandherd befindliche Klappe geöffnet und die Lüfter saugen dann den Rauch ab.

Aufgrund dieses erheblichen baulichen Eingriffs in die Tunneldecke, die auch noch einer statischen Verstärkung bedarf, muss die jeweils betroffene Röhre voll gesperrt werden. Vorgesehen ist, dass die ausführenden Firmen im Zwei-Schicht-Betrieb arbeiten, um das Projekt innerhalb des Zeitrahmens von 18 Monaten abschließen zu können.

Insgesamt sind für diese zweite Baustufe der sicherheitstechnischen Nachrüstung 7,5 Millionen Euro kalkuliert. Die Maßnahme ist bei der Bezirksregierung Köln zur Förderung aus Landesmitteln angemeldet. Die erste Baustufe wurde mit einem Fördersatz von 60 Prozent der zuschussfähigen Kosten gefördert. Die Genehmigung des Baubeginns für die zweite Baustufe, ohne dass die Förderung gefährdet wird, liegt vor.

Hintergrund: Sicherheitstechnische Anforderungen verschärft

Hintergrund für die Nachrüstung ist die erhebliche Verschärfung der geltenden Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT 2006), basierend auf der EG-Richtlinie von 2004. Zum Zeitpunkt seiner Inbetriebnahme – also im August 1999 für den Hauptabschnitt und im September 2000 für die Ein- und Ausfahrt Friesdorf – entsprach der Straßentunnel Bad Godesberg den damaligen gesetzlichen Vorgaben.

2012 hatte die Stadt bereits für 2,3 Millionen Euro in einem ersten Abschnitt unter weitgehender Aufrechterhaltung des Verkehrs unter anderem die gesamte Beschilderung, Beleuchtung und Markierung der Fluchtwege erneuert.

Die jetzt anstehende zweite Baustufe sollte eigentlich 2017 in Angriff genommen werden, wurde aber mit Rücksicht auf die in Bonn ausgerichtete Weltklimakonferenz mit rund 20.000 Teilnehmern verschoben.




 


 

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