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BERICHT AUS BONN: Alles rund um die Sprengung des Bonn-Centers


06.03. 2017

BONN - 14 Jahre nach der ehemaligen CDU-Parteizentrale wird in Bonn erneut ein zentrales Gebäude aus der Zeit der Bonner Republik spektakulär abgebrochen: Das Bonn-Center am Bundeskanzlerplatz (Reuterstraße/Ecke Bundesstraße 9) wird am Sonntag, 19. März 2017, um 11 Uhr gesprengt. Dies wird nicht nur für die unmittelbar in der Nähe wohnenden Bürgerinnen und Bürger mit Einschränkungen verbunden sein. Die Sprengung wird für einige Stunden auch Auswirkungen auf den Öffentlichen Personennahverkehr und den Individualverkehr haben.

Ab 8 Uhr am Sonntagmorgen werden Sperrzonen eingerichtet

Für die Sprengung werden am Sonntag, 19. März, ab 8 Uhr zwei unterschiedlich große Sperrzonen eingerichtet: Sperrzone 1 mit einem Radius bis zu 100 Metern ab Gebäudemitte des Bonn-Centers, Sperrzone 2 mit einem Radius von 100 bis 200 Metern ab Gebäudemitte.

In Sperrzone 1 (bis 100 Meter) ist zwischen 8 Uhr und dem Abschluss der Sprengung jeglicher Aufenthalt untersagt, auch innerhalb von Gebäuden. Die Bewohner von insgesamt sieben Häusern im Straßburger Weg und in der Eduard-Pflüger-Straße müssen diese deshalb für die Zeit der Sprengung verlassen. Auch eine Teilfläche des Kleingartengeländes Im Schittforst liegt innerhalb der Sperrzone 1. Wegen eventueller Staubentwicklung müssen Fenster geschlossen bleiben, Klimaanlagen abgestellt und Rollläden geschlossen werden.

Zu Sperrzone 2 (100 bis 200 Meter) ist ebenfalls ab 8 Uhr kein Zugang mehr möglich. Dort ist zudem ab diesem Zeitpunkt der Aufenthalt im Freien verboten. Dazu zählen auch Balkone, Dachterrassen, Garagen, Gartenlauben, Gartenhütten und sonstige Außenanlagen. Die Bewohnerinnen und Bewohner können bis zum Ende der Sprengung im Haus oder in der Wohnung bleiben, allerdings nur in Räumen, die von der Sprengstelle abgewandt sind. Auch in Zone 2 müssen die Fenster geschlossen, Klimaanlagen abgestellt und Rollläden auf der der Sprengstelle zugewandten Seite geschlossen werden.

Sperrzone 2 umfasst 79 Wohn- und Bürogebäude in folgenden Straßen: Straßburger Weg, Eduard-Pflüger-Straße, Coburger Straße, Willy-Brandt-Allee, Reuterstraße, Buschstraße, Adenauerallee, Bundeskanzlerplatz, Lahnweg, Kleingartengelände Im Schittforst, Albert-Fischer-Straße und Gerhard-Samuel-Straße. Die Hausnummerngenaue Zuordnung in die Sperrzonen sowie ein Lageplan sind unter www.bonn.de/@bonn-center einsehbar.

Notfallnummern

In Notfällen kann Kontakt mit dem Stadtordnungsdienst unter Telefon 0228 – 77 33 33, der Polizei unter Telefon 0228 - 150 oder der Feuerwehr unter 0228 – 71 75 aufgenommen werden. Das Bürgertelefon der Feuerwehr ist am Sonntag bereits ab dem frühen Morgen bis zum Ende der Sprengung besetzt.

Stadtordnungsdienst überwacht und kontrolliert die Sperrzonen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes werden mit Unterstützung durch das Technische Hilfswerk und das Abbruchunternehmen den Sperrbereich sichern und dafür sorgen, dass er nicht mehr betreten wird. Der Stadtordnungsdienst überprüft außerdem die Wohnungen im 100-Meter-Bereich und übernimmt eventuell nötige Evakuierungen. Außerdem kontrolliert der Stadtordnungsdienst, dass sich innerhalb von Zone 2 niemand im Freien aufhält. Insgesamt wird der Stadtordnungsdienst mit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort sein.

Der Abschluss der Sprengung und die Aufhebung der Sperrzonen werden durch die Einsatzkräfte an den Absperrungen sowie innerhalb der Sperrzone 2 nach Freigabe durch die Einsatzleitung bekannt gegeben.

Halteverbote in den Sperrzonen

Um Schäden an geparkten Autos zu vermeiden, dürfen innerhalb der beiden Sperrzonen während der Sprengung keine Fahrzeuge auf öffentlichen Flächen abgestellt werden. Deshalb wird die Stadt entsprechende Halteverbote einrichten. Bereits etwa zwei Wochen vor dem Sprengtermin bis eine Woche danach ist dies im Straßburger Weg nötig, weil auf Höhe des Bonn-Centers ein Schutzwall errichtet wird. Außerdem wird der Straßburger Weg während dieser Zeit gesperrt.

Ab Freitag, 17. März, 7 Uhr kann der Parkplatz unterhalb der Reuterbrücke nicht mehr genutzt werden. Die übrigen Halteverbote innerhalb der Sperrzonen gelten ab Sonntag, 19. März, 7 Uhr. Die Beschilderung wird in allen Fällen mit mindestens fünf Tagen Vorlauf aufgestellt. Fahrzeuge, die dennoch bis zur Aktivierung der Halteverbote dort parken, wird der Stadtordnungsdienst abschleppen lassen.

Verkehrsführung: Reuterstraße und B 9 werden gesperrt

Aufgrund der Sprengung hat das Tiefbauamt der Stadt Bonn umfangreiche Straßensperrungen rund um den Bundeskanzlerplatz veranlasst. Ab Sonntagmorgen 7 Uhr bis nachmittags gegen 16 Uhr werden die Reuterstraße, der Bundeskanzlerplatz und die Bundesstraße 9 – Adenauerallee und Willy-Brandt-Allee – im Umkreis um das Bonn-Center gesperrt. Infotafeln, die in großem Abstand zu den Sperrstellen aufgestellt werden, machen auf  die Sperrung aufmerksam.

Die Stadt rät Verkehrsteilnehmern, den Bundeskanzlerplatz weiträumig zu umfahren und sich vor Fahrtantritt eine alternative Route zu suchen. Eine mögliche Ausweichstrecke zwischen B9 und Reuterstraße führt über Dottendorfer Straße und Hausdorffstraße. Voraussichtlich muss jedoch auch hier mit erhöhtem Verkehrsaufkommen gerechnet werden.

SWB: Bahnen halten, Busse werden umgeleitet

Die Sprengung hat auch Auswirkungen auf verschiedene Bahn- und Buslinien der Stadtwerke Bonn (SWB). Aufgrund der umfangreichen Absperrungs- und Evakuierungsmaßnahmen werden die Busse der Linien 610 und 611 ab ca. 7.15 Uhr bis zur Freigabe der Straßen nicht zwischen den Haltestellen „Bonn Hauptbahnhof“ und „Heussallee“ verkehren. Fahrgäste können alternativ die Stadtbahnlinien 16, 63 und 66 nutzen. Der Bahnverkehr ist nur kurzzeitig eingeschränkt: Der Gleisbereich der Stadtbahnlinien 16, 63 und 66 wird zwischen den Haltestellen „Museum Koenig“ und „Heussallee/Museumsmeile“ in beiden Fahrtrichtungen von 10.55 bis ca. 11.15 Uhr gesperrt. Die Züge, die an diesen Haltestellen stehen, warten auf die Freigabe der Strecke, bevor es für die Fahrgäste weitergeht.

Feuerwehr Bonn unterstützt mit "Nebelwand"

Die Feuerwehr Bonn unterstützt das Sprengunternehmen dabei, die bei der Sprengung entstehende Staubwolke zu reduzieren. Vier Löscheinheiten der Freiwilligen Feuerwehr werden mit bis zu 10 Kubikmeter Wasser pro Minute eine 10 bis 12 Meter hohe Nebelwand errichten. Diese wird auf einer Länge von 200 Metern keilförmig in Windrichtung um das Gebäude platziert.

Außerdem errichtet die Feuerwehr in der Willy-Brandt-Allee gegenüber dem Bonn-Center eine Einsatzzentrale aus zwei mobilen Besprechungsräumen, und ein Rettungswagen wird vor Ort sein.

bonnorange reinigt öffentliche Flächen

Die bonnorange AöR wird unmittelbar nach der Sprengung die öffentlichen Straßen, Wege, Plätze und Grünanlagen reinigen. Vor Ort werden mehrere Kehrmaschinen sowie ein Wasserwagen im Einsatz sein. Darüber hinaus werden mehrere Klein-Lkw mit zahlreichen Handreinigern eingesetzt, um die Arbeiten mit fachgerechten Arbeitsgeräten zu unterstützen. Die Mitarbeiter werden bei den Arbeiten die erforderliche Schutzausrüstung tragen.

Zuschauer sollten mit dem ÖPNV oder zu Fuß kommen

Es sind keine gesonderten Plätze für Zuschauer ausgewiesen. Das Beobachten der Sprengung ist jedoch grundsätzlich außerhalb der 200-Meter-Sperrzone möglich. Da nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen, appellieren Stadt und die beteiligten Unternehmen an die Besucher, mit dem ÖPNV oder zu Fuß zum Bonn-Center zu kommen und das Auto stehen zu lassen.

1500 Löcher für 250 kg Sprengstoff gebohrt

Die Sprengentscheidung erfolgte aufgrund der geringeren Beeinträchtigung für die Anwohner. Das Bonn Center wurde in seinen Rohbauzustand zurückversetzt und besteht derzeit nur noch aus dem Skelett und tragenden Säulen. Alle anderen Elemente wie Fenster, Türen, Kabel etc. sowie sämtliche Schadstoffe wurden bereits sach- und ordnungsgemäß vom Abbruchunternehmen AWR entfernt. Die Schadstofffreiheit wurde seitens eines unabhängigen Gutachters gegenüber der Unteren Umweltbehörde und der Bezirksregierung Köln bestätigt.

Berechnungen, die über die Kubatur des zu sprengenden Bauwerksteils erfolgen, wurden durch das Unternehmen Sprengtechnik Reisch durchgeführt: Insgesamt werden 1500 Löcher für 250 kg Sprengstoff gebohrt. Ein Großteil der Schutzmaßnahmen wie Fallbetten und Gräben, Schutzwälle zur Nachbarschaft, Abdeckungen der Sprengzonen mit Vlies und Maschendraht wurden bereits installiert. Über die Evakuierungszone (100 Meter) sowie den Sicherheitsradius (200 Meter) haben Investor, Abbruchunternehmen und Sprengtechnik die Anwohner mit Briefwurfsendungen und Informationsveranstaltungen bereits in Kenntnis gesetzt. Darüber hinaus fanden im Radius von 100 Meter Bestandsaufnahmen der Gebäude statt, um spätere Schäden auszuschließen.

Bonn-Center wird in Intervallen gesprengt

Das Gebäude wird in kurz hintereinanderliegenden Intervallen kontrolliert gesprengt. Zunächst erfolgt die Sprengung des Erd- und ersten Obergeschosses, daraufhin der östliche Kernbereich (Treppenhaus). Dieser sogenannte Skelettbau fällt anschließend vertikal ineinander. Etwa zwei bis drei Sekunden später werden die tragenden Kernbereiche mit den Aufzügen gesprengt. Fallrichtung der Kerne ist nach Osten in die dafür ausgehobenen Fallbetten. Die Fallrichtung der Gebäudeteile lässt sich präzise berechnen und stellt keinerlei Gefahren da. Zu den angrenzenden Bereichen wird ein Schutzwall errichtet. Darüber hinaus verhindern Sprengschutzmatten eine Streuung. Ein Wasserring dämmt die Staubwolke ein und die Intervallsprengung wirkt gegen zu starke Schwingungen. Durch all diese Maßnahmen wird die Sicherheit gewährleistet und die Beeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten.

Auf Sprengsignale achten

Vor der Sprengung ertönt zunächst ein langgezogenes Sprengsignal gegen 10.56 Uhr. Nach ca. einer Minute folgen 2 kurzgezogene Sprengsignale, die nach weiteren drei Minuten wiederholt werden. Daran schließt sich der Countdown von 10 bis 0 an. Nach der Sprengung prüft der Sprengmeister das Gebäude. Die Entwarnung voraussichtlich etwa 15 Minuten nach der Sprengung wird mit drei kurzen Signalen gegeben.

Weiterer Fahrplan für das Stadtquartier am Bundeskanzlerplatz

Nach der Sprengung muss zunächst der Schutt zerkleinert und für den Abtransport vorbereitet werden. Anfang 2018 ist der Starttermin für den Neubau des Stadtquartiers am Bundeskanzlerplatz geplant. Das städtebauliche Konzept wurde zuvor vom Investor Art-Invest und der Stadt Bonn in einem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren bestimmt. Der Entwurf des Kölner Architekturbüros JSWD ging dabei als Sieger hervor. Das neue Stadtquartier soll im Jahr 2020 fertiggestellt werden. Rund 70 000 Quadratmeter Nutzfläche umfasst der städtebauliche Entwurf des Architekturbüros JSWD. Das Stadtquartier besteht aus drei Baukörpern und einem adressbildenden Hochhaus – zwischen 60 und maximal 101,5 Metern Höhe. Gastronomie und Einzelhandel sollen einen Mehrwert für Angestellte und die Nachbarschaft bieten. Sobald das Bonn-Center zurückgebaut ist, beginnt die Vermarktung des neuen Stadtquartiers.




 


 

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