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Asiatischer Laubholzbockkäfer im Bonner Stadtgebiet


04.07. 2012

Der aus China eingeschleppte Schädling kann nur durch Fällen und Verbrennen der betroffenen Bäume bekämpft werden. Landwirtschaftskammer NRW und Stadt Bonn arbeiten eng zusammen.

ib - Rund zwei Jahre arbeitet er im Verborgenen, kommt er dann zum Vorschein, ist es für eine erfolgreiche Bekämpfung schon fast zu spät. Die Rede ist vom Asiatischen Laubholzbockkäfer. Der gefürchtete Schädling ist jetzt auch in Bonn nachgewiesen worden. Inspektoren des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen haben in Astproben eines Verdachtsbaums Larven sowie einen geschlüpften Käfer gefunden. Betroffen sind ein Baum des öffentlichen Stadtgrüns in Tannenbusch am Waldenburger Ring sowie einer auf dem Schulhof des Schulzentrums Tannenbusch. Die einzige Möglichkeit, den Käfer erfolgreich zu bekämpfen, ist die Fällung der betroffenen Bäume sowie auch die Fällung der Nachbarbäume in einem festzulegenden Radius. Heute (Mittwoch, 4. Juli) entfernten Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün der Stadt Bonn die Gehölze.

Spürhunde suchen Holzproben ab – befallenes Holz muss verbrannt werden

Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer NRW untersuchten unterdessen Astproben vor Ort mit Hilfe der Spürhunde Merlin, Phoebe und Ida. Die Tiere sind speziell auf den Geruch der Larven und Käfer trainiert. Äußerlich lässt sich der Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer schwer erkennen, da die Hinweise nur in den Baumkronen zu sehen sind. Winzige Einbohrlöcher, Saftfluss, Fraßgänge und Holzspäne (Genagsel) sowie die etwas größeren Ausbohrlöcher sind Indizien für den Schädling. Da die Experten des Pflanzengesundheitsdienstes in den nächsten Tagen mit dem Schlupf der Käfer rechnen und verhindert werden muss, dass die Käfer ausfliegen und sich vermehren, mussten die Bäume schnell gefällt werden. „Das Holz wird noch vor Ort gehäckselt und in einem geschlossenen Behälter zur Müllverbrennungsanlage transportiert werden“, erläuterte Dr. Reiner Schrage, Fachbereichsleiter des Pflanzengesundheitsdienstes der Landwirtschaftskammer NRW, das Vorgehen.

Käfer befällt völlig gesunde Bäume

Die drei bis vier Zentimeter großen, glänzend-schwarzen, weißgefleckten Käfer mit sechs bis acht Zentimeter langen Fühlern tragen den lateinischen Namen Anoplophora glabripennis. Die Weibchen legen ihre Eier in die Rinde der Bäume. Aus den Eiern schlüpfen nach zwei Wochen Larven, die sich in das Innere des Baumes hineinbohren. Die Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers haben einen unbändigen Appetit auf heimische Laubbäume, wie Ahorn, Pappel, Ulme oder Apfel. Sie fressen sich in den Stamm und verursachen mit ihren bis zu drei Zentimeter dicken Bohrgängen das Absterben der Bäume. Zwischen Juni und August schlüpfen die Käfer und hinterlassen ein etwa zwölf Millimeter großes Ausflugloch. Die gesamte Entwicklung dauert rund zwei Jahre. Der Käfer befällt nicht nur geschwächte, sondern auch völlig gesunde Bäume.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat keine Fressfeinde. Bislang sind auch keine Pestizide verfügbar, die gegen den Befall wirksam sind. Betroffene Bäume können nicht gerettet werden, da ein mehrjähriger Befall den Tod des Baumes zur Folge hat. Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW wird vorbeugend tätig, um das Grün der Städte und Gemeinden zu schützen. Denn durch die Fresstätigkeit der Larven können auch große Äste abbrechen. Da der Käfer Bäume befällt, die überwiegend in Grünanlagen und entlang von Straßen stehen, stellt dies neben dem wirtschaftlichen Schaden durch den Verlust der Stadtbäume eine erhebliche Gefahr für die Verkehrssicherheit dar.

Monitoring-Programm und Quarantänezone

Bereits 2005 war in Bornheim-Roisdorf ein Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer festgestellt worden – damals der erste in Nordrhein-Westfalen. Eingeschleppt wurde der Schädling wahrscheinlich über Steinimporte aus China. In den Folgejahren wurden Käfer in Bornheim-Hersel (2007) und Alfter (2009 und 2010) entdeckt.

Die Landwirtschaftskammer NRW beobachtet im Rahmen eines Monitoring-Programms den Baumbestand rund um die Fundstellen. In einem Radius von zwei Kilometern von jedem Befallspunkt wurde eine Quarantänezone eingerichtet, die regelmäßig kontrolliert wird. Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist als Quarantäne-Schaderreger eingestuft. Die Maßnahmen zur Bekämpfung sind in einer Richtlinie (Gesetzesvorgabe) der EU und der deutschen Pflanzenbeschau-Verordnung begründet. Das NRW-Umweltministerium fordert von der Landwirtschaftskammer die gesetzeskonforme Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen ein.

Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen bittet um die  Mithilfe der Bevölkerung bei der Suche nach Schadsymptomen des Asiatischen Laubholzbockkäfers, vor allem Fraßgänge und Sägespäne an Bäumen, besonders an Ahorn. Hinweise, am besten mit Foto, nimmt der Pflanzenschutzdienst unter pflanzenschutzdienst@lwk.nrw.de oder telefonisch unter 0228/703 2120 entgegen.

Hintergrund Asiatischer Laubholzbockkäfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist heimisch in China, Korea und Taiwan. Sein Wirtspflanzenspektrum umfasst zahlreiche Laubgehölze, wobei in den bisherigen Einschleppungsgebieten ein Befall vorwiegend bei Ahornarten, Rosskastanie, Pappel, Birke und Weide beobachtet wurde. Eingeschleppt wurde der Asiatische Laubholzbockkäfer über Verpackungsholz. In Europa wurde der Schädling neben Neunkirchen/Inn und Bornheim auch in Österreich und Frankreich nachgewiesen. Auch in Nordamerika (USA und Kanada) schädigte der Laubholzbockkäfer bereits zahlreiche Bäume. Im Central Park beispielsweise mussten 5000 Bäume gefällt werden. Die Stadt New York gibt jährlich 3,5 Millionen Dollar für die Bekämpfung des Käfers aus.




 


 

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