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BERICHT AUS BONN - Jeder vierte Erstsemester treibt keinen Sport


18.04. 2012

Online-Befragung von Wissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität Bonn

ib - Wie ist es heute wirklich um das Gesundheitsbewusstsein von Studenten bestellt? Dies haben Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität Bonn im Wintersemester 2011/12 erstmals durch eine Online-Befragung von Kölner und Bonner Erstsemestern erhoben. Im Zuge des gemeinsamen Projekts "Healthy Campus" wollen sie Studierende dazu befähigen, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Erste Ergebnisse liegen nun vor, und sie sind alarmierend: Die Mehrheit der Studentinnen leidet unter gesundheitlichen Problemen an Gelenken, Muskulatur und Knochen, aber auch an regelmäßigen Kopf- und Magenschmerzen, während ihre männlichen Kommilitonen häufiger mit Übergewicht zu kämpfen haben. Jeder vierte Erstsemester treibt überhaupt keinen Sport.

Gesund leben, vernünftig essen und trinken und sich viel bewegen - das sind die Zutaten für lebenslange Gesundheit, Fitness und beruflichen Erfolg. Der Alltag heutiger Studierender sieht oft anders aus: Viele leiden bereits unter den Folgen von Bewegungsmangel und falscher Ernährung. Hier setzt das Forschungsprojekt "Healthy Campus" der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität Bonn an. Es will Studierenden frühzeitig für einen gesundheitsorientierten Lebensstil begeistern. Langfristig wollen sich die beiden Universitäten als "Healthy Campus" profilieren und damit ihre Attraktivität für Studierende weiter erhöhen.

Jeder vierte Bonner Erstsemester ist ein "Couchpotato"

Als Grundlage für das Forschungsprojekt befragen die Wissenschaftler seit dem Wintersemester 2011/2012 die Erstsemester in Bonn und Köln. Die erste Befragungsrunde förderte ein auf den ersten Blick widersprüchliches Bild zu Tage: Zwar fühlen sich die befragten Studierenden insgesamt gesund, die Realität sieht jedoch oft anders aus. Mehr als die Hälfte aller Studentinnen (60 Prozent) klagen über regelmäßige Beschwerden an Gelenken, Knochen und Muskulatur - wesentlich häufiger als ihre männlichen Kommilitonen, bei denen nur jeder Dritte betroffen ist. Auch psychovegetative Beschwerden wie Kopf- und Magenschmerzen oder Schlafstörungen treten bei Studentinnen öfter auf als bei Studenten. Dagegen führen die jungen Männern beim Anteil der Übergewichtigen, der insgesamt bei rund einem Sechstel aller Studenten liegt.

Ziemlich genau ein Viertel der Bonner Erstsemester klassifizieren die Forscher als "Couchpotatoes", weil sie gar keinen Sport treiben. Auffällig ist, dass Studentinnen (mit 28,4 Prozent) inaktiver sind als Studenten, deren Anteil an Sportmuffeln bei 18,6 Prozent liegt. Stress, beispielsweise Prüfungsstress, spielt beim Ernährungsverhalten der Studierenden eine Schlüsselrolle. Unter Stress ändern mehr als doppelt so viele Studentinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kommilitonen ihr Ernährungsverhalten in ungünstiger Weise.

Bestehende Angebot werden optimiert und erweitert

Auf der Grundlage der Online-Befragungen sowie langjähriger wissenschaftlicher Forschung entwickelt das Healthy-Campus-Expertenteam aus Medizinern, Psychologen, Sport- und Ernährungswissenschaftlern derzeit ein Konzept zur Vermittlung eines gesundheitsorientierten Lebensstiles. Dabei soll das bereits bestehende Programm des Hochschulsports und das Speisenangebot des Studentenwerks erweitert und optimiert werden. Parallel wollen die Wissenschaftler die Studierenden durch Kampagnen informieren, sensibilisieren und zum Mitmachen bewegen.

Erste Maßnahmen wurden im Zuge des Projekts bereits angestoßen: So ist im Hochschulsport der Universität Bonn der "Healthy Campus Gesundheitspfad" entstanden, ein Schnellzugang zu den 10 gefragtesten gesundheitsorientierten Angeboten des Bonner Hochschulsports mit seinen über 90 verschiedenen Sportarten. Angeführt wird diese Liste eindeutig vom Laufen. Deshalb wurde zum Sommersemester zusätzlich zur bestehenden Marathonvorbereitung erstmalig auch ein Training für den Halbmarathon in das Sportprogramm aufgenommen, nicht zuletzt auch, da der Halbmarathon im Vergleich zum Marathon die gesündere Langstrecken-Distanz ist.

Die Angebotspalette des Healthy Campus soll zukünftig noch um Seminare, Workshops und Motivationskampagnen erweitert werden. Auch eine Zusammenarbeit mit Krankenkassen, weiteren Playern und mit Wirtschaftsunternehmen der Region wird angestrebt.




 


 

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