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Ein Fest für die Kennedybrücke


03.07. 2011

Nach vierjähriger Bauzeit ist die Brücke 8,80 Meter breiter, kann 1270 Tonnen mehr Last tragen, bietet den Bahnen eine eigene Trasse und verfügt über ein kleines Solarkraftwerk. Sie gehört sogar zu Deutschlands besten Bauwerken, denn sie wurde mit dem Ingenieurbau-Preis 2010 ausgezeichnet. Größtenteils konnte der Verkehr während der Arbeiten weiter über die Brücke fließen. Rund 51,4 Millionen Euro wurden investiert.

ib - Mit einem Brückenfest feierte Bonn am Sonntag, 3. Juli, den Abschluss der unter der Leitung des Tiefbauamtes der Stadt durchgeführten Sanierung und Verbreiterung der Kennedybrücke. Die Bauwerk gehörte eine Stunde lang den Fußgängern. Kinder schwenkten ganz im Zeichen der UNO-Stadt Bonn die Fahnen der 192 UNO-Mitgliedsstaaten. Das "Bröckemännche" kann zufrieden sein, denn es kehrte nach vierjährigem Exil an seinen angestammten Platz am Brückenpfeiler am Bonner Rheinufer zurück und reckt nun wieder keck sein Hinterteil gen Südenosten. Mit der Enthüllung dieser steinernen rheinischen Frohnatur setzten Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, der Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH Dr. Norbert Reinkober, Vertreterinnen und Vertretern der Zuschussgeber Bund und Land sowie die Bezirksbürgermeister von Bonn und Beuel, Helmut Kollig und Wolfgang Hürter, den Schlusspunkt unter Sanierung und Verbreiterung. Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der Bonner SolarWorld AG, und OB Nimptsch nahmen zudem auch noch die von SolarWorld finanzierte Solaranlage auf der Südseite in Betrieb.

Mehr Breite, mehr Komfort

Durch die Verbreiterung der Kennedybrücke von 18 auf 26,80 Meter hat die Straßenbahn jetzt einen eigenen breiten Bahnkörper und steht auf der Brücke nicht mehr im Stau. Fußgänger und Radfahrer haben auf jeder Seite 4,30 Meter zur Verfügung. Der Individualverkehr fährt in jeder Richtung auf einer mit je 4,75 Meter überbreiten Spur. So konnte eine 70-prozentige Bezuschussung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und eine 90-prozentige Bezuschussung aus der ÖPNV-Förderung des zirka 51,4 Millionen Euro teuren Gsamtprojekts erzielt werden. Den die Zuschussgeber knüpften ihre Zusage an einen eigenen Bahnkörper und die Reduzierung auf die tatsächlich erforderliche Zahl der Fahrstreifen, hier also eine überbreite Fahrspur.

Spektakuläre Aktionen

Während der rund vierjährigen Bauphase gab es manche spektakuläre Aktionen. So wurden für die vorgesehene Verbreiterung teilweise mehrere hundert Tonnen schwere Stahlträger mit Schwimmkränen eingehoben. Für das Einpassen der beiden Schlussstücke auf beiden Seiten jeweils in der Brückenmitte musste zwar der Rhein gesperrt werden, der Verkehr auf der Brücke lief aber ungehindert weiter. Im November 2009 wurde das letzte 430 Tonnen wiegende, 90 Meter lange, 7,70 Meter breite und rund 7,20 Meter hohe Stahlbauteil bei einem mehrere Stunden dauernden Manöver Millimeter genau in die noch verbliebene Lücke hoch über der Flussmitte eingebaut.

Heute ist die Kennedybrücke nicht nur breiter, sondern auch schwerer. Die beiden neuen Hauptträger an den Brückenseiten wiegen jeweils satte 1582 Tonnen.

Die Brücke musste zum erforderlichen Ausbau der Lager sogar angehoben werden. So war am Widerlager in Beuel pro Längsträger je eine Presse im Einsatz, von denen jede 250 Tonnen pressen musste. Auf beiden Strompfeilern stemmten je Träger vier Pressen die Lasten, 350 Tonnen an den Innenträgern, 380 Tonnen bei den Außenträgern.

Verstärkung für die Brücke

Vor Beginn der Stahlbaumontage zur Brückenverbreiterung ab Mai 2009 mussten die Bestandsträger durch so genannte Beulsteifen mit rund 30 Tonnen Gewicht verstärkt werden. Die korrodierten Nietverbindungen im Stahlskelett wurden durch rund 3000 Passschrauben ersetzt.

Außerdem stellte sich durch entsprechende Untersuchungen, die erst während der laufenden Arbeiten durch so genannte zerstörende Prüfungen des Betonzustands unter Gleisen und Fahrbahn vorgenommen werden konnten, heraus, dass eine zusätzliche Tonnenblechverstärkung von zirka 350 Tonnen bereits zum Zeitpunkt der Sanierung sinnvoll war. Sonst hätte man in wenigen Jahren erneut an der Brücke arbeiten müssen, um den künftigen Anforderungen aus steigenden Verkehrsbelastungen gerecht zu werden.

Terminplan für das Großbauprojekt

Die im April 2007 begonnenen Arbeiten hätten vertragsgemäß im Frühjahr 2010 abgeschlossen sein müssen. So sieht es der Vertrag mit der Arbeitsgemeinschaft der beteiligten (ARGE) vor, die sich aus den Unternehmen Alpine für Beton- und Straßenbau sowie Eiffel für den Stahlbau zusammensetzt. So konnte die Fahrbahn in voller Breite zwar im Mai 2010 in Betrieb genommen werden, Restarbeiten konnten aber erst jetzt erledigt werden.

Lag der Stahlbau auch noch sehr gut im Zeitplan, so geriet die Terminplanung im Jahr 2010 ins Rutschen. Zum einen verursachte die lange Frostperiode Anfang 2010 eine zirka sechswöchige Verzögerung. Zudem fuhr die zuständige Firma Alpine im vergangenen Jahr einen Bummelkurs und setzte nicht das erforderliche Personal ein, um den Zeitplan noch halbwegs einhalten zu können. Schließlich machte die Stadt ihren Anspruch auf Konventionalstraße geltend und beauftragte mit den Restarbeiten andere Firmen.

Plausible Kostenentwicklung

Die ursprünglichen Schätzkosten für das Projekt lagen bei 41,8 Millionen Euro. Die Projektkosten werden jetzt mit rund 51,4 Millionen Euro beziffert. Die entstandenen Zusatzkosten sind plausibel und von den zuständigen Gremien beschlossen worden. Zusätzliche Aufträge aus Rat und Ausschüssen während der Bauphase etwa wie Geländerbeleuchtung und Farbgestaltung führte zu Mehrkosten von über 680.000 Euro. Weitere 800.000 Euro mussten bereitgestellt werden, als sich zeigte, dass die Natursteine zur Verkleidung der Brückenpfeiler nicht wieder verwendbar waren. Allein die zusätzliche Verstärkung der Brücke der Tonnenbleche der Brücke (siehe oben) schlägt mit 6,14 Millionen Euro zu Buche.   

Anerkennung in der Fachwelt

Trotz der im letzten Bauabschnitt aufgetretenen Verzögerungen konnte die Stadt die Millionen Euro schwere Sanierung und Erweiterung der Kennedybrücke größtenteils unter Aufrechterhaltung des Verkehrs stemmen. Diese Leistung fand auch in der Baufachwelt Anerkennung. 

Im November 2010 wurde die Kennedybrücke mit dem Ingenieurbau-Preis des Berliner Verlages Ernst & Sohn ausgezeichnet und gehört damit bundesweit zu den fünf besten aktuellen Brücken- und Hochbaumaßnahmen. In der Urteilsbegründung der Jury heißt es unter anderem, das Projekt sei "in seiner Komplexität, der logistischen und konstruktiven Schwierigkeiten wegweisend für den Erhalt der vorhandenen Bausubstanz im Brückenbau." 

 




 


 

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