08.02. 2010
ib Bonn - "Ist Larmoyanz eine spezielle Bonner Tugend?" Dies fragen Dr. Ernst Franceschini, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Swoboda in einem offenen Aufruf. "Man könnte es annehmen, verfolgt man derzeit die öffentliche Meinung vor allem in Bonn. Alles ist grau wie das Winterwetter Ende Januar/Anfang Februar, alles ist schlecht, alles ist pleite, freuen wir uns auf die tollen Tage, Karneval olé!", heißt es in dem Schreiben.
Der Appell im Wortlaut: „Natürlich gibt es Probleme, Probleme, die bei aller Schwierigkeit lösbar sind und lösbar bleiben, die aber nicht dazu herhalten dürfen, diese Stadt kaputt zu reden. Hier ist in den vergangenen 20 Jahren sehr viel Positives geleistet worden, es ist gelungen, in einem gemeinsamen Kraftakt einen Regierungsumzug zu stemmen und die Stadt nicht nur unbeschadet, sondern sogar mit positiven Akzenten in eine neue Zukunft zu schicken. Gerade sind wir dabei, diese Zukunft kaputt zu reden! Es muss sich die Überzeugung durchsetzen, dass es uns nicht nur gelingen kann und gelingen wird, das WCCB fertig zu stellen. Bonn will ein Kongressstandort werden, Bonn will das Festspielhaus, Bonn will damit auch einen weiteren Meilenstein im Bereich Kultur setzen. Das Ganze wollen die Bonner. Dabei ist es auch kein Spagat, dies zu wollen und auch umzusetzen und gleichzeitig zu sparen. Gespart werden muss an der richtigen Stelle. Hier ist der Wille aller, das Gemeinwesen zu befördern, gefragt.
Bonn steht trotz Finanz- und Wirtschaftskrise immer noch gut da. Die Wirtschaft in Bonn und um Bonn herum hat positive Aspekte gesetzt und erholt sich aus dem tiefen Tag einer Rezession, wie wir sie bisher nicht gekannt haben. Was wir brauchen, um diesen Prozess zu beschleunigen, ist keine Larmoyanz. Was wir brauchen, ist der Mut, nach vorne zu schauen. Natürlich müssen Fehler aufgearbeitet und korrigiert werden. Natürlich gilt es, etwaiges Unrecht aufzudecken. Aber läuft deswegen schon ganz Bonn im gestreiften Leibchen hinter Gittern?
Das mag vielleicht im Karneval so sein, sicherlich aber nicht in der realen Welt. Daher: Spätestens am Aschermittwoch wird wieder angepackt und positiv nach vorne gearbeitet!
Wir wünschen uns zahlreiche Mitstreiter."