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26. September 2017



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Zeitfenster im September


 

Das Zeitfenster gewährt einen Blick in die Vergangenheit der Stadt Bonn

Auf dieser Seite stellen Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek ein Stück aus ihren Beständen mit einer kurzen Erklärung vor.

Jeden Monat werden Fotos, Grafiken, Urkunden, Akten, Briefe und historische Bücher aus der langen Geschichte der Stadt präsentiert, die auf Weiteres neugierig machen und zu Forschungen im Stadtarchiv ermuntern möchten.

Zeitfenster September 2017: Bonn als Kongressstadt 1857

Beim Ordnen einer Sammlung von Kleindrucken wurde ein dünnes Heftchen (16 Seiten) mit dem interessanten Titel "Mooslob" entdeckt. Dieses enthält ein Gedicht von Dr. Karl Friedrich Schimper: "Auszug, Stücke aus dem noch ungedruckten: Mooslob, oder die schönsten Geschichten der Moose, alte und neue, in Versen für eine junge Dame zu einer eleganten Moossammlung." Festgabe für Bonn, September 1857.
Das 42-zeilige Gedicht, ein Auszug aus einem geplanten 143-zeiligen, beschreibt verschiedene Moosarten und enthält einen Anhang mit wissenschaftlichen Bemerkungen und den Hinweis, dass der Autor darüber auf einer Naturforschertagung (18. bis 24. September 1857) in Bonn berichtet hat.

Bonn ist schon lange eine wichtige Kongressstadt

Davon zeugen auch die Bestände der Stadthistorischen Bibliothek mit einer reichen Sammlung von Kongressberichten und Kongressprogrammen. So wurde Bonn 1857 Veranstaltungsort für die bis heute bedeutsame interdisziplinäre, seit 1822 jährlich stattfindende "Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte".
Über die Versammlung erschienen begeisterte Berichte: So berichtete die "Bonner Zeitung" täglich auf der Titelseite über aktuelle Ereignisse, lobte das Interesse und die Teilnahme der Bonner Bevölkerung, elegante Einrichtungen und Dekorationen, - außer Tagungsräumlichkeiten, waren auch Rathaus, Hotels und viele Privathäuser mit Blumen, Flaggen und Girlanden geschmückt, sowie prachtvolle Ausflüge und Festessen.

Kritische Stimmen wurden laut

Der Reporter der Zeitschrift "Das Jahrhundert" beschrieb die Einrichtung der Kongressräume als protzig und geschmacklos, die Akustik in den Tagungsräumen als schlecht und die Übersetzungspraxis als fragwürdig. Der an die Kongressteilnehmer verteilte Stadtführer war nur in Französisch verfasst! Die "Begierde der Bonner Teilnehmer sich nur an Festlichkeiten und Ausflügen zu interessieren" wurde ebenso wie die überhöhten Preise in den Gastwirtschaften und Hotels kritisiert. Die schwarz-weiße Festbeflaggung wurde als Trauerbeflaggung empfunden. Insgesamt bekam Bonn von diesem Journalisten keine gute Note als Veranstaltungsort: "Hier mag zunächst bemerkt werden, daß die alte unfreundliche Stadt Bonn, abgesehen von ihrer ausgezeichneten Lage, kein gut gewählter Ort für die Versammlung gewesen ist ...".

Der Kongress prägte das städtische Leben

Laut Tagungsbericht nahmen an diesem Kongress außer Ärzten und Naturforschern von nationaler und internationaler Bedeutung aller Fachrichtungen auch Persönlichkeiten des Kulturlebens teil. Unter ihnen der Komponist Johannes Brahms und Geiger Joseph Joachim. Die alphabetische Teilnehmerliste könnte auch als "Who is Who" des damaligen Bonner Kultur- und Wirtschaftslebens gelesen werden. Der Kongress mit einer sehr großen Teilnehmerzahl, am Spitzentag mit 1000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland, prägte wochenlang das städtische Leben.

Dr. Karl Friedrich Schimper trägt sein Gedicht "Mooslob" vor

Dr. Karl Friedrich Schimper (1803 - 1867), der Autor des Gedichts "Mooslob", war einer der Teilnehmer und konnte am zweiten Kongresstag in der Sektion für Botanik und Pflanzenphysiologie sein ausgedrucktes Gedicht verteilen und einen Vortrag über die Morphologie der Pflanzen halten. Er war einer in Fachkreisen anerkannter Forscher. Seine größten Errungenschaften waren: Die Etablierung der Eiszeitlehre, die zur bis heute gültigen Deutung zu der Entstehung der Alpen führte (bis Schimpers Forschungsergebnisse war nicht allgemein bekannt, dass die Erdkugel früher weiträumig von Eis bedeckt war) und die Erklärung der Blattstellung bei Pflanzen durch ein mathematisches Modell, womit er die moderne Pflanzenmorphologie gründete. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse gab er in Vorträgen wieder oder hat sie auf fliegenden Zetteln fest gehalten - in Büchern dokumentierte er sie nicht. Sein wichtigstes Veröffentlichungsforum waren die Fachkongresse und Gespräche mit Kollegen.

Archive in NRW
URL: http://www.archive.nrw.de

stadtarchiv@bonn.de 
E-Mail-Adresse: mailto:stadtarchiv@bonn.de

Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek
URL: http://www.bonn.de/rat_verwaltung_buergerdienste/buergerdien ste_online/buergerservice_a_z/00593/index.html?lang=de

Sie finden hier eine Übersicht der bereits erschienenen "Zeitfenster" zum Download.


Letzte Aktualisierung: 6. September 2017




 


 

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