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22. November 2017



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Zeitfenster im November


 

Das Zeitfenster gewährt einen Blick in die Vergangenheit der Stadt Bonn

Auf dieser Seite stellen Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek ein Stück aus ihren Beständen mit einer kurzen Erklärung vor.

Jeden Monat werden Fotos, Grafiken, Urkunden, Akten, Briefe und historische Bücher aus der langen Geschichte der Stadt präsentiert, die auf Weiteres neugierig machen und zu Forschungen im Stadtarchiv ermuntern möchten.

Zeitfenster November: Fotografien von Käthe Augenstein

Aktuell werden im Berliner Sommerhaus des Impressionisten Max Liebermann am Wannsee bislang unbekannte Fotografien der Fotojournalistin und Porträtistin gezeigt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen fünf Fotografien, die Käthe Augenstein von Max Liebermann in dessen Atelier am Pariser Platz anfertigte. Sie spiegeln das Charisma und die Lebensweisheit des berühmten Berliner Malers wenige Jahre vor seinem Tod wider. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Fotografien des Berliner Kunst- und Kulturlebens der späten 1920er und frühen 1930er Jahre.

Liebermann-Villa am Wannsee
URL: http://www.liebermann-villa.de/kaethe-augenstein.html

Foto von Louis Douglas und Henry Bender

Louis Douglas und Henry Bender, um 1931 © Bundesstadt Bonn / Stadtarchiv
| vergrößerte Ansicht: Louis Douglas und Henry Bender, um 1931 © Bundesstadt Bonn / Stadtarchiv
 
Louis Douglas und Henry Bender, um 1931

Die Archivalie des Monats vermittelt einen lebendigen Eindruck von dem vielfältigen pulsierenden Leben in der Großstadtmetropole. Nahezu ein Drittel des Bildes wird von der imposanten Statur Henry Benders (1867-1933) eingenommen, einem weithin geschätzten Komiker, Film- und Theaterschauspieler. Als Spätberufener eröffnete Henry Bender 1929 ein beliebtes Künstlerlokal in der Charlottenburger Bleibtreustraße.

Der Herr links neben Henry Bender steht für eine ganz andere Facette des vielseitigen Berliner Lebens. Es handelt sich dabei um den US-amerikanischen Tänzer, Schauspieler und Choreografen Louis Douglas (1889-1939). An der Seite von Josephine Baker tanzte und choreographierte er die legendäre "La revue nègre" in Paris. Es war die Atmosphäre in Berlin, die Louis Douglas so sehr gefiel, sodass er nach einem Gastspiel einfach in der Hauptstadt blieb und hier als Tänzer, Schauspieler und Choreograph große Erfolge feierte. Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu einem abrupten Ende seiner Karriere in Deutschland. Nach einem kurzen Zwischenspiel in Paris musste Louis Douglas Europa endgültig verlassen und kehrte in die USA zurück.

Die Identität der beiden Frauen rechts von Louis Douglas ist noch nicht geklärt. Das Stadtarchiv bittet um Hinweise und freut sich über jeden Tipp, der zur Bestimmung beitragen könnte.

Die Archivalie des Monats ist als Teil der Ausstellung im Original vor Ort in der Liebermann-Villa zu bewundern. Die Schau ist noch bis zum 12. Februar 2018 täglich außer dienstags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr in der Colomierstraße 3, 14109 Berlin zu sehen.

Zu Käthe Augenstein

Käthe Augenstein kam 1899 als jüngstes Kind des Bonner Biergroßhändlers Joseph Augenstein in Kessenich zur Welt. Sie wandte sich bereits in ihrer Jugendzeit der Fotografie zu. In ihrer Heimatstadt Bonn pflegte Käthe Augenstein enge Kontakte zur Künstlerszene rund um Hans Thuar, einem führenden rheinischen Expressionisten und Jugendfreund von August Macke. 1927 verließ sie Bonn in Richtung Berlin, um in der pulsierenden Metropole ihre fotografischen Fähigkeiten zu vervollkommnen. Sie besuchte die Meisterklasse am Lette-Verein, eine Kaderschmiede für eine Vielzahl bedeutender Fotografinnen, darunter Suse Byk, Liselotte Strelow, Sonja Georgi und Frieda Riess.

Käthe Augenstein wohnte unweit des Berliner Nollendorfplatzes - Zentrum der Bohème und bevorzugtes Quartier vieler Künstler, zum Beispiel Claire Waldoff, Bert Brecht, Erika Mann Else Lasker-Schüler und Werner Scholz. Die Beziehung zu Werner Scholz, ein expressionistischer Maler, ermöglichte Käthe Augenstein den Zugang zur Berliner Künstlerszene. In diesem Milieu durchlief die junge Rheinländerin in kurzer Zeit die Transformation zu einer unabhängigen, selbstbestimmten und selbstbewussten "Neuen Frau". Kurz nach dem erfolgreichen Abschluss am Lette-Verein gelingt ihr der Einstieg in die Pressefotografie bei der Agentur Dephot. Diese nimmt als "Schule des modernen Fotojournalismus" eine Sonderstellung unter den Bildagenturen Berlins ein.

Inmitten bekannter Fotografen wie Umbo, Robert Capa, Kurt Hübschmann, Lux Feininger, Felix H. Man, Harald Lechenperg und Walter Bosshard behauptet sich Käthe Augenstein und wird als einzige weibliche Fotografin in größerem Umfang für die Dephot tätig. Sie fand ihren Schwerpunkt in Porträts bekannter Kulturschaffender und Wissenschaftler, darunter Georg Grosz, Thomas Mann, Renée Sintenis und Milly Steger. Daneben entstanden Fotoreportagen und Essays zu sozialen Themen.

Käthe Augensteins weiterer Lebensweg wird in der vom Stadtarchiv Bonn herausgegeben Publikation nachgezeichnet.

Zu den Veröffentlichungen
URL: http://www.bonn.de/familie_gesellschaft_bildung_soziales/sta dtarchiv/veroeffentlichungen/index.html?lang=de
Archive in NRW
URL: http://www.archive.nrw.de

stadtarchiv@bonn.de 
E-Mail-Adresse: mailto:stadtarchiv@bonn.de

Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek
URL: http://www.bonn.de/rat_verwaltung_buergerdienste/buergerdien ste_online/buergerservice_a_z/00593/index.html?lang=de

Sie finden hier eine Übersicht der bereits erschienenen "Zeitfenster" zum Download.


Letzte Aktualisierung: 2. November 2017




 


 

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