
Das älteste Messbuch und die neuesten Studien päsentiert von Dr. Joachim Oepen (Diözesanarchiv, Köln), Msgr. Wilfried Schumacher (Stadtdechant, Münsterpfarrer), Prof. Albert Gerhards (Uni Bonn, Katholisch-theologische Fakultät), Dr. Ludwig Klassen (Vorstandsvorsitzender der Bonner Münster-Stiftung)
Die einzig bekannte mittelalterliche Handschrift des Bonner Cassius-Stifts, die vor einigen Jahren zufällig bei Forschungsarbeiten gefunden wurde, konnte Münsterpfarrer Monsignore Wilfried Schumacher anlässlich der Vorstellung des Buches "Märtyrergrab - Kirchenraum - Gottesdienst II., Interdisziplinäre Studien zum Bonner Cassiusstift" der Öffentlichkeit präsentieren.
Das Liber Ordinarius, eine Beschreibung der vielfältigen Gottesdienste am Ort, gilt als Sensation und gibt Auskunft über die reiche mittelalterliche Liturgie in dem von Münsterkirche, Kreuzgang und untergegangener Martinskirche gebildeten Gebäudekomplex. Das vor den Wirren der Reformationszeit nach Köln gelangte Antiphonar wird heute in der Diözesanbibliothek aufbewahrt und durfte für die Buchpräsentation für kurze Zeit an seinen Aufbewahrungsort zurück.

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vergrößerte Ansicht: Hinweis auf das Fest der Heiligen Cassius und Florentius (Markierung) © Citypastoral Bonn
Hinweis auf das Fest der Heiligen Cassius und Florentius (Markierung)
Die sensationelle Entdeckung machte der Tübinger Liturgiewissenschaftler Prof. Andreas Odenthal, der den Studienband gemeinsam mit dem Bonner Uni-Professor Albert Gerhards als Ergebnis eines wissenschaftlichen Kolloquiums über Bau-, Kunst- und Liturgiegeschichte der Bonner Münsterkirche herausgegeben hat. Das unter anderem von der Bonner-Münster-Stiftung geförderte neue Buch enthält Studien zur Geschichte, Archäologie, Kunst und Liturgie des Bonner Münsters und präsentiert die beiden wichtigsten Quellen über die Stiftsliturgie in Mittelalter und Neuzeit. Neben der historischen Bedeutung trägt der vorliegende Band zum besseren Verständnis der Münsterkirche und ihrer Geschichte bei. Erschienen ist er in den vom Historischen Archiv des Erzbistums Köln herausgegebenen Studien zur Kölner Kirchengeschichte als Band 36, verlegt im Verlag Franz Schmitt, Siegburg.

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vergrößerte Ansicht: Das Responsorium am Fest der Bonner Stadtpatrone Cassius & Florentius © Citypastoral Bonn
Das Responsorium am Fest der Bonner Stadtpatrone Cassius & Florentius
Münsterkirche und Münster-Carré bilden im heutigen Bonn ein geistlich-kulturelles Zentrum, das in einer Jahrhunderte langen Tradition des Kanonikerstiftes und der Pfarrei steht. Unter den zahlreichen Kanonikerstiften im alten Erzbistum Köln standen St. Gereon in Köln und das Bonner Cassiusstift in Rivalität um die Vorrangstellung. Verbunden waren beide Institutionen durch ihre Patrone, frühchristliche Martyrer der Thebäischen Legion.
Letzte Aktualisierung: 18. März 2009